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Bamberg bleibt bei Großprojekten auf Kurs – trotz Baukostenboom

Gestiegene Baupreise, Lieferengpässe und Insolvenzen in der Bau- und Planungsbranche sind Rahmenbedingungen, die vielerorts Projekte stoppen. Doch Bamberg geht den Gegenweg. Oberbürgermeister Andreas Starke betont,…

Bamberg bleibt bei Großprojekten auf Kurs – trotz Baukostenboom

Gestiegene Baupreise, Lieferengpässe und Insolvenzen in der Bau- und Planungsbranche sind Rahmenbedingungen, die vielerorts Projekte stoppen. Doch Bamberg geht den Gegenweg. Oberbürgermeister Andreas Starke betont, man reagiere „mit klugen Lösungen, partnerschaftlicher Unterstützung und transparenter Kommunikation.“ Er führt drei Leuchtturmprojekte an, die die Stadt inhaltlich wie finanziell abgesichert weiterverfolgt. Diese sind: Schloss Geyerswörth, das Quartier am Maxplatz und das künftige Kulturhaus Obere Sandstraße 20.

Schloss Geyerswörth – Verwaltungsstandort im Welterbe

Die denkmalgerechte Generalsanierung des historischen Verwaltungssitzes ist in der finalen Phase. Bereits 2024 meldete die Stadt Fortschritte. Dabei ist die neue goldene Turmspitze symbolträchtig. Umfangreiche Förderpakete von Bund, Land, Stiftungen und regionalen Partnern senken den städtischen Eigenanteil deutlich. Geyerswörth soll nach Abschluss zentraler Baustein einer internen Verwaltungsrochade werden.

Quartier am Maxplatz – Operation am offenen Herzen

Das Ensemble rund ums Neue Rathaus (Maximiliansplatz 3, mehrere Häuser Hauptwachstraße) wird energetisch ertüchtigt, brandschutztechnisch aufgerüstet und an moderne Verwaltungsnutzung angepasst. Ein Bundeszuwendungsbescheid (u. a. 15 Mio. € Anschub) und weitere Zuschüsse treiben eine Förderquote von bis zu 95 %. Das ist ein seltener Wert für kommunale Großprojekte. Der Fränkische Tag nennt das Vorhaben eine der größten anstehenden Baustellen der Stadt. Baubeginn ist nach der Verwaltungsverlagerung vorgesehen.

Obere Sandstraße 20 – Vom Kultclub zum Kulturhaus

Das ruinöse Welterbe-Anwesen (ehemals Kultclub Sound’n’Arts) wird zum Kultur- und Bürgerhaus entwickelt. Es bietet Clubnutzung im Keller, Gastronomie im EG, multifunktionale Räume und Platz für Beiräte. Der Bund fördert über das Programm „Nationale Projekte des Städtebaus“ mit 6,75 Mio. €. Zusätzliche Mittel kommen von Oberfrankenstiftung und Bayerischer Landesstiftung. Die Maßnahme zählt zu den aufwendigsten Sanierungen der Stadt. Sie bewahrt gefährdete Bausubstanz dauerhaft.

Kostenanstiege gemanagt

Wie vielerorts lagen ursprüngliche Kostenannahmen deutlich unter den heute notwendigen Summen. Nach Stadtangaben wurden Finanzierungslücken über Projektoptimierung, Nachförderungen und haushalterische Vorsorge geschlossen, ohne Qualitäts- oder Funktionskürzungen. Finanzreferent Bertram Felix spricht von „gezielter Investitionssteuerung statt blindem Weiterbauen.“ Er betont, dass höhere Aufwendungen den Kernhaushalt nicht zusätzlich belasten, weil Förderbausteine greifen und Eigenanteile kontrolliert bleiben. (Quelle: Medieninformation Stadt Bamberg 420/2025.) Ergänzend sichern hohe externe Förderquoten – etwa im Maxplatz-Quartier – die Tragfähigkeit.

Warum das wichtig ist

Für Starke sind die Projekte mehr als Baumaßnahmen. Sie schaffen Räume für Kultur, Verwaltung und Bürgernähe. Zudem stärken sie das Profil der UNESCO-Welterbestadt in Gegenwart und Zukunft. In Zeiten knapper kommunaler Mittel gilt Bamberg mit seinen Fördererfolgen mehrfach als Positivbeispiel. Große Summen aus Bundesprogrammen wurden gegen starken Wettbewerb eingeworben. Regionale Stiftungen ziehen mit.

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