FDP will offenen Wettbewerb für Rathaus-Führungskräfte
Bamberg. Die Liberalen verlangen in einer Pressemitteilung, dass Schlüsselstellen in der Stadtverwaltung künftig öffentlich ausgeschrieben werden. Besonders im Blick steht dabei das mächtige Finanzreferat, das seit vielen Jahren vom selben Amtsinhaber geführt wird.
Mehr Demokratie bei Rathaus-Jobs
FDP-Oberbürgermeisterkandidat Ralf Stöcklein kritisiert, dass Oberbürgermeister Andreas Starke in den letzten sechs Jahren mehrfach Referentenposten im Rathaus ohne Ausschreibung und ohne formale Wahl durch den Stadtrat besetzt habe. Das, so Stöcklein, untergrabe demokratische Mitbestimmung und wirke intransparent. Die Liberalen fordern deshalb, dass Stellen wie die des Finanzreferenten grundsätzlich öffentlich ausgeschrieben werden. Dies gilt, sofern es nicht um eine Besetzung in Verbindung mit Bürgermeisterwahlen geht.
Frischer Wind statt Verwaltung auf Autopilot
Damit will die FDP nicht nur Transparenz schaffen, sondern auch Verkrustungen aufbrechen. In ihrem Papier heißt es, Referenten sollten sich spätestens nach zwölf Jahren wieder einem offenen Bewerbungsverfahren stellen müssen, wenn sie ihren Posten behalten wollen. Außerdem soll eine Verlängerung nur noch einmal um sechs Jahre ohne öffentliche Ausschreibung künftig die Ausnahme sein. Und zwar nur dann, wenn jemand seine Aufgaben besonders gut erfüllt hat, so FDP-Stadtrat Martin Pöhner.
Rathaus neu denken
Konkret steht als nächstes die Entscheidung über die Finanzreferentenstelle im Herbst 2026 an. Die FDP sichert zu, in diesem Fall für eine öffentliche Ausschreibung zu stimmen. Dadurch können sich neben dem Amtsinhaber auch andere qualifizierte Bewerber bewerben. „Zu einer demokratischen Wahl gehört, dass sich grundsätzlich jeder, der für die Position qualifiziert ist, bewerben darf“, so Stöcklein.
Referate neu strukturieren
Die Liberalen nutzen die Debatte zugleich für einen Vorschlag zur Rathaus-Organisation: Unter dem aktuellen Oberbürgermeister sei das Finanzreferat stark gewachsen und habe Aufgaben übernommen, die anderswo woanders angesiedelt seien. Die FDP will deshalb etwa den Hochbau wieder ins Baureferat verlagern. Außerdem will sie die Stadttochter Bamberg Service aus dem Finanzreferat ausgliedern. So wolle man klarere Zuständigkeiten schaffen und die Zusammenarbeit der Referentinnen und Referenten stärken.
Pöhner betont: Die Leistungen des amtierenden Finanzreferenten seien anerkennenswert – aber gute Verwaltung brauche Transparenz, faire Verantwortungsteilung und ein Team, das im Stadtrat abgestimmte Mehrheitsentscheidungen gemeinsam umsetzt.
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