Fotoausstellung mit Begleitprogramm
Auschwitz-Birkenau ist ein Ort, der sich jeder bequemen Erklärung entzieht. Wer dort war, kennt dieses Gefühl: Man schaut auf Baracken, Wachtürme, Ruinen von Gaskammern und Krematorien und merkt, dass Erinnerung nicht nur „Geschichte“ ist, sondern Gegenwart. Genau dort setzt die Fotoausstellung „Berührungen mit Auschwitz – gestern und heute“ an, die vom 21. Januar bis 4. Februar 2026 in Bamberg zu sehen ist.
Gezeigt werden berührende Fotografien aus der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, ergänzt durch Audio- und Mitmachstationen. Im Mittelpunkt steht nicht das schnelle „Wissen“, sondern das Hinsehen, das Aushalten und das Gespräch darüber, was Auschwitz für uns heute bedeutet.
Wann und wo?
Die Ausstellung läuft 21. Januar bis 4. Februar 2026 in der Johanniskapelle, Oberer Stephansberg 7, Bamberg.
Schirmherr ist Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick.
Worum geht es inhaltlich?
Ein wichtiger Impulsgeber des Projekts ist Pfarrer Dr. Manfred Deselaers, Programmleiter des Zentrums für Dialog und Gebet in Auschwitz. Sein Ansatz ist schlicht und anspruchsvoll zugleich: Dialog beginnt mit Schweigen, Zuhören und Respekt. Nicht drüberreden müssen, aber reden dürfen und zwar so, wie es für jede und jeden möglich ist.
Die Ausstellung ist posthum Heinrich Chaim Olmer (1949–2012) gewidmet, dem langjährigen Vorsitzenden der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg. Aus seinem Nachlass stammen auch Fotos von einem Auschwitz-Besuch 1996. Weitere Bildbeiträge kommen von Bernadette Arnold, Joseph Beck, Benedikt Beirer und Marion Krüger-Hundrup (Aufnahmen aus den Jahren 2013 bis 2025). Kuratiert wurde die Ausstellung von der Kunsthistorikerin Ulrike Götz (Erlangen/Nürnberg).
Das Begleitprogramm: Termine im Überblick
- 21. Januar, 18 Uhr: Vernissage mit Erzbischof em. Dr. Ludwig Schick, Pfarrer Dr. Manfred Deselaers, Rabbinerin Dr. Yael Deusel
- 22. Januar, 17 Uhr: Austausch „Deutsch-polnische Versöhnung – Wir vergeben und bitten um Vergebung“ (Schick/Deselaers)
- 23. Januar, 15 Uhr: Impuls & Podium „Auschwitz – ein bleibender Auftrag“ mit Deselaers, Dr. Georg Beirer, Rabbinerin Dr. Yael Deusel, Prof. Dr. Patrick Franke (Uni Bamberg), Moderation: Elke Pilkenroth
- 26. Januar, 18 Uhr: Vortrag „Wie jüdisches Leben die Region Oberfranken prägte“ mit Prof. Dr. Günter Dippold
- 27. Januar, 17 Uhr: Holocaust-Gedenktag: multireligiöse Feier mit Vertreterinnen und Vertretern der im „Zelt der Religionen“ angesiedelten Religionen
- 4. Februar, 17 Uhr: Finissage mit Rezitator Martin Neubauer und Pianistin Beate Roux (Texte u. a. von Ilse Weber, Musik u. a. von Viktor Ullmann)
Öffnungszeiten, Führungen, Kontakt
Während der Ausstellungsdauer ist die Johanniskapelle zu den Veranstaltungszeiten geöffnet, zusätzlich samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr.
Für Schulklassen gibt es Führungen mit Dr. Georg Beirer unter dem Titel „Begegnung mit Auschwitz in Relevanz zu heute“:
26., 27., 28. Januar sowie 3. und 4. Februar, jeweils 10.30 bis 12 Uhr. Weitere Führungen sind auf Nachfrage möglich.
Kontakt: [email protected], Mobil 0173 9643901
Wer veranstaltet das?
Träger ist der Dominikanische Freundeskreis hl. Katharina von Siena an St. Gangolf Bamberg, in Kooperation mit dem Förderverein „Zelt der Religionen“ und der Liberalen Jüdischen Gemeinde Mischkan ha-Tfila Bamberg. Die Ausstellung versteht sich ausdrücklich als Projekt gegen Antisemitismus, für Menschenwürde und für einen Dialog, der nicht oberflächlich bleibt.
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