Bamberger Echo | Bamberg, 11. November 2025
Einleitung
Bamberg wählt im März 2026 einen neuen Stadtrat. Bambergs unabhängige Bürger (BuB) haben in den letzten Wochen mit einer ansprechenden Kampagne, bekannten Kandidaten überrascht und wollen nun mit frischen Ideen überzeugen. Angeführt wird die Liste von Karin Einwag, die als Spitzenkandidatin der BuB antritt. Einwag und ihre Fraktionskollegen betonen das Motto „Bamberg kann mehr“ – sie wollen also nach den sechs Jahren von Rot/Grün im Bamberger Rathaus ab 2026 mit einem bürgerlichen Lager die Chancen der Stadt nutzen, den Menschen wieder zuhören und Probleme konkret angehen. Im Mittelpunkt ihres Programms stehen unter anderem die Zukunft des Bamberger Ankerzentrums, Entlastungen für Familien im Bereich Kita und Pflege, die Modernisierung der Schulen, die Belebung der Innenstadt sowie soziale Themen.
In unserem Interview spricht unser Bamberger Kollege Dirk van Elk mit Karin Einwag und zwei weiteren BuB-Kandidaten – Daniela Reinfelder und Klaus Stieringer – über ihre Ziele. Reinfelder, Fraktionsvorsitzende der BuB im Stadtrat, legt besonderen Wert auf Teamgeist und Familienförderung. Stieringer, Geschäftsführer vom Stadtmarketing und zugleich Vorsitzender der AWO Bamberg, steht für Wirtschaft, Innenstadt und Soziales. Gemeinsam werben sie für einen Politikwechsel im Rathaus – und am Ende der Unterhaltung gibt es einen klaren Aufruf an die Wählerinnen und Wähler.
Vorstellung der Kandidierenden
- Karin Einwag (50) – Lehrerin, Stadträtin, Spitzenkandidatin der BuB. Sie engagiert sich besonders für Umwelt, alle die Familie betreffenden Themen, die Schließung des Ankerzentrums und bürgernahe Lösungen – insbesondere für die Herausforderungen von Bamberg-Ost.
- Daniela Reinfelder (65) – Architektin und Stadträtin seit 2008, Fraktionsvorsitzende der BuB. Ihre Herzensthemen sind Teamarbeit im Stadtrat sowie eine starke Unterstützung für Vereine und Familien in Bamberg. Stadtentwicklung.
- Klaus Stieringer (56) – gelernter Bankkaufmann, seit 2008 Stadtrat. Als Geschäftsführer des Stadtmarketing Bamberg und AWO-Vorsitzender setzt er sich für eine lebendige Innenstadt, wirtschaftliche Impulse und soziale Gerechtigkeit ein.
Dirk van Elk: Frau Einwag, Sie waren bei der letzten Stadtratswahl die Spitzenfrau auf der Liste der Grünen und führen nun die Liste der Bambergs unabhängigen Bürger an. Was hat Sie zu diesem Wechsel bewogen und wofür steht die BuB?
Karin Einwag: Ich habe mich entschieden, zur BuB zu wechseln, weil ich hier unabhängiger und pragmatischer für Bamberg arbeiten kann. In unserer Wählergruppe versammeln sich Menschen, die die Vielfalt unserer Stadt abbilden und ein gemeinsames Ziel haben: Das Beste für Bamberg zu erreichen. Mir ist wichtig, weniger Parteienstreit und ideologisches Gezerre zu haben. Stattdessen möchten wir sachorientierte Politik machen – also Lösungen finden, die den Bürgerinnen und Bürgern wirklich helfen. Die BuB steht für frischen Wind im Stadtrat, mit konkreten Ideen statt leeren Versprechen. Wir wollen zeigen, dass miteinander anpacken mehr bewegt.
Dirk van Elk: Eines der großen Themen für die BuB ist das Ankerzentrum in Bamberg. Sie fordern, dass es zum Jahresende geschlossen wird. Warum ist Ihnen das so wichtig?
Karin Einwag: Das Ankerzentrum bewegt die Stadt schon seit Jahren. 2015 wurde mit dem Freistaat vereinbart, dass diese Einrichtung höchstens 10 Jahre in Bamberg bleibt, die maximale Laufzeit wurde bis 31.12.2025 festgesetzt. Wir fordern, dass der Vertrag eingehalten und das Ankerzentrum geschlossen wird – zum Wohle der Stadt und besonders der Anwohner im Bamberger Osten, die die Belastungen nun ein Jahrzehnt lang getragen haben. Uns geht es um Planungssicherheit und Fairness: Bamberg hat damals geholfen in der Flüchtlingskrise, aber es war klar befristet. Politiker müssen sich an Vereinbarungen halten und glaubwürdig bleiben. Zudem sind 10 Jahre eine lange Zeit für Stadt und Freistaat gewesen, um sinnvolle alternative Lösungen zu finden. Wir setzen auf dezentrale Unterbringung statt Massenunterkunft – natürlich nicht in Containern auf dem gesamten Stadtgebiet, wie von OB Starke und Bürgermeister Glüsenkamp angedacht. Das heißt, kleinere Einheiten über die Region verteilt, damit Integration besser gelingt und die Last nicht nur ein Stadtteil trägt. Kurz: Wir drängen auf eine klare Entscheidung. Entweder hält der Freistaat Wort und schließt das Zentrum, oder er muss zumindest für eine tragbare Lösung sorgen. Unser Ziel ist eindeutig die Schließung, damit Bamberg freie Hand hat, das Gelände sinnvoll zu entwickeln und die Lebensqualität der Anwohner zu verbessern
Dirk van Elk: Frau Reinfelder, Sie betonen immer den Teamgeist in der Politik. Was verstehen Sie darunter und wie lebt die BuB diesen Teamgeist?
Daniela Reinfelder: Teamgeist bedeutet für mich, gemeinsam an einem Strang zu ziehen – und zwar über persönliche Interessen oder Partei-Egoismen hinweg. Ich habe mich bewusst für den Platz 2 entschieden, um deutlich zu machen, dass die BuB keine Reinfelder-Liste, sondern ein großes, breites und buntes Bündnis aus der gesamten Bevölkerung darstellt. In der BuB haben wir Leute mit verschiedenem Hintergrund, aus allen Teilen der Welt und der Gesellschaft – und genau das ist unsere Stärke. Wir arbeiten im Team, unterstützen uns gegenseitig und hören einander zu. Dieses Miteinander wollen wir auch im Stadtrat einbringen: Wir möchten mit allen Fraktionen konstruktiv zusammenarbeiten, wenn es um gute Lösungen für Bamberg geht. Ich finde, die Bürger haben genug von Streit und Stillstand. Wir zeigen, dass Zusammenarbeit möglich ist – indem wir intern schon als eingespieltes Team auftreten und auch andere mit ins Boot holen. Am Ende soll die Sache für die Stadt zählen, nicht das Parteibuch. Das spürt man in unserem Team jeden Tag, und das möchten wir ins Rathaus tragen
Dirk van Elk: Ihr zweites zentrales Thema, Frau Reinfelder, ist die Familienförderung. Was plant die BuB konkret, um Familien in Bamberg zu unterstützen?
Daniela Reinfelder: Familien sind das Rückgrat unserer Stadt, und wir wollen ihnen das Leben leichter machen. Ganz oben steht bei uns die Entlastung bei den Kita-Gebühren. Die Kosten für die Kinderbetreuung steigen ständig, das belastet viele Eltern enorm. Wir als BuB sagen: Die Stadt muss hier helfen! Konkret schlagen wir einen städtischen Zuschuss von etwa 70 Euro pro Kind und Monat vor. Damit würden die Eltern spürbar weniger zahlen und hätten mehr Geld fürs Familienbudget. Das ist investiertes Geld in unsere Zukunft, denn jeder Euro, der Familien entlastet, kommt der Gesellschaft zugute.
Aber Familienförderung ist mehr als nur Geld. Wir setzen uns auch für den Ausbau der Mittagsbetreuung an Schulen ein. Viele Eltern stehen vor dem Problem, dass sie Beruf und Familie vereinbaren müssen und nach Schulschluss niemand da ist. Da brauchen wir mehr Plätze und Angebote, damit jedes Kind einen Betreuungsplatz bekommt, wenn die Eltern das wünschen. Und noch eine Idee liegt uns am Herzen: Wir wollen einen Vereinszuschuss von 30 Euro für jede neue Vereinsmitgliedschaft einführen. Das heißt, wenn ein Kind – oder auch Erwachsene – in einen Sportverein oder Kulturladen eintreten, gibt die Stadt einen Zuschuss von 30 Euro zur Mitgliedsgebühr. Damit möchten wir ehrenamtliche Vereine stärken und gerade Kindern aus allen Schichten die Möglichkeit geben, im Verein mitzumachen. Das fördert den Zusammenhalt und tut der Jugend gut. Zusammengefasst: Wir wollen, dass Bamberg familienfreundlicher wird – finanziell, infrastrukturell und gesellschaftlich.
Dirk van Elk: Herr Stieringer, kommen wir zur Innenstadt und Wirtschaft. Viele Bürger sorgen sich, dass die Innenstadt an Attraktivität verliert. Was will die BuB tun, um Bambergs Innenstadt zu beleben?
Klaus Stieringer: Die Innenstadt soll auch in Zukunft das Herz von Bamberg sein – lebendig, voller Leute, mit florierendem Handel und Gastronomie. Wir haben da mehrere Ansätze. Ein wichtiger Punkt ist die Erreichbarkeit und das Parkplatzangebot. Wir möchten ein kostenfreies Park-&-Ride-Angebot schaffen, damit Besucher ihr Auto am Stadtrand abstellen und bequem mit dem Bus in die City fahren können – gratis. So reduzieren wir den Verkehr im Zentrum und machen es gleichzeitig attraktiv für Auswärtige und Einkaufende. Für die, die direkt in die Stadt fahren, schlagen wir vor, die erste Parkstunde kostenlos anzubieten. Wer nur kurz etwas erledigen oder einkaufen will, soll das ohne Parkgebühr tun können. Das wird sicherlich mehr Leute in die Läden ziehen, weil die Hemmschwelle sinkt, mal eben in die Stadt zu fahren. Und drittens wollen wir einen günstigen Nachttarif für Parkhäuser einführen. Das heißt, wer abends oder nachts in die Stadt kommt – sei es ins Kino, ins Restaurant oder zur Spätschicht – soll entweder kostenlos oder für einen symbolischen Beitrag parken können. Damit beleben wir das Nachtleben und entlasten die Anwohner, weil weniger Autos wild in Wohngebieten abgestellt werden.
Aber zur Attraktivität der Innenstadt gehört noch mehr als Parken. Innenstadtveranstaltungen und Stadtmarketing sind für uns ebenso entscheidend. Ich sage das auch als jemand, der lange im Stadtmarketing tätig war: Events wie unsere Feste, Märkte oder kulturellen Veranstaltungen sind ein Magnet – für Einheimische wie für Touristen. Sie bringen Kaufkraft in die Stadt und machen Bamberg lebens- und liebenswert. Leider gibt es Bestrebungen, den städtischen Zuschuss fürs Stadtmarketing ab 2026 zu streichen. Das halten wir für einen Fehler. Die BuB wird sich dafür einsetzen, dass das Stadtmarketing weiterhin unterstützt wird und unsere schönen Innenstadt-Events gesichert sind. Ob Bamberg zaubert, das Bluesfestival, der Faschingsumzug oder die AOK Familientage – all das wollen wir erhalten und wo nötig ausbauen. Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Innenstadt an Attraktivität verliert. Im Gegenteil: Mit guten Ideen, Investitionen und einem offenen Ohr für Handel und Gastronomie wollen wir neues Leben in die City bringen, damit Bamberg auch in Zukunft eine lebendige Einkaufs- und Erlebnisstadt bleibt.
Dirk van Elk: Sie sprechen soziale Themen an. Herr Stieringer, als AWO-Vorsitzender liegt Ihnen auch das Sozialwesen am Herzen. Wo sehen Sie hier den dringendsten Handlungsbedarf in Bamberg?
Klaus Stieringer: Soziales und Wirtschaft gehören für mich zusammen – eine Stadt ist nur stark, wenn sie sich um alle kümmert. Zwei Bereiche sind mir besonders wichtig: die Pflege älterer Menschen und die Unterstützung derjenigen, die Hilfe brauchen. Bei der Pflege sehen wir jetzt schon, dass Pflegeheimplätze knapp sind und die Wartelisten lang. Bamberg hat eine immer älter werdende Bevölkerung. Wir als BuB wollen deshalb den Ausbau von Pflegeheimen und Seniorenwohnen vorantreiben. Das heißt, wir müssen frühzeitig für mehr Pflegeplätze sorgen – sei es durch den Aufbau eigener städtischer Einrichtungen oder die Unterstützung freier Träger, die neue Heime bauen. Jeder Mensch, der sein Leben lang hier gearbeitet und gelebt hat, soll im Alter die Möglichkeit haben, in seiner Heimatstadt betreut zu werden, statt weit weg ziehen zu müssen. Das ist auch eine Frage der Würde und Lebensqualität.
Daneben dürfen wir soziale Teilhabe nicht vergessen. Ich kenne durch meine Arbeit bei der AWO viele, die auf Unterstützung angewiesen sind – sei es Alleinerziehende, Menschen mit Behinderung, Geringverdiener oder Geflüchtete. Hier wollen wir eng mit Wohlfahrtsverbänden wie AWO, Caritas & Co. zusammenarbeiten, um soziale Projekte auszubauen. Das kann heißen: mehr Stadtteiltreffs, Förderprogramme für Kinder aus schwierigem Umfeld, oder Beratung und Hilfe, wo immer sie gebraucht wird. Uns ist wichtig, dass Bamberg kein sozial gespaltenes Pflaster wird. Jeder soll teilhaben können am städtischen Leben. Deshalb stehen wir für eine Politik, die wirtschaftliche Vernunft mit sozialem Verantwortungsbewusstsein vereint. Konkretes Beispiel: Wenn wir neue Baugebiete ausweisen, denken wir an bezahlbaren Wohnraum mit, damit auch Menschen mit kleinerem Geldbeutel in Bamberg wohnen können. Insgesamt soll Bamberg eine Stadt sein, die wirtschaftlich brummt, aber niemanden zurücklässt.
Dirk van Elk: Abschließend an Sie alle drei – was möchten Sie den Bürgerinnen und Bürgern sagen? Warum sollte man am Wahltag der BuB seine Stimme geben?
Karin Einwag: Wir alle drei – und das gesamte BuB-Team – brennen für Bamberg. Wir haben gezeigt, dass wir Erfahrung mit neuen Ideen verbinden: Daniela Reinfelder mit ihrem Engagement für Familien, Klaus Stieringer mit seinem Wissen um Wirtschaft und Soziales, und ich mit meiner Erfahrung in Umwelt und Bürgerbeteiligung. Wir stehen für eine neue Art von Politik in Bamberg: unabhängig, bürgernah und ergebnisorientiert.
Mein Appell: Gehen Sie wählen und geben Sie der BuB Ihre Stimme! Nutzen Sie die Chance, frischen Wind ins Rathaus zu bringen. Wir wollen die nächsten sechs Jahre nutzen, um Bamberg noch lebenswerter zu machen – für alle Generationen, alle Stadtteile, alle Bürgerinnen und Bürger. Jede Stimme für die BuB ist eine Stimme für positiven Wandel: für eine entlastete Familie, für eine pulsierende Innenstadt, für einen transparenten Stadtrat und für eine solidarische Stadtgemeinschaft. Am 8. März 2026 ist Wahl – bitte unterstützen Sie uns, damit wir gemeinsam für Bamberg viel bewegen können!
Das Interview führte Dirk van Elk
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