Ein Kommentar
Es ist erstaunlich, wie aggressiv jetzt schon die Diskussionen darüber, wen man in 2026 mit welchen Argumenten in das Amt des Oberbürgermeisters bzw. der Oberbürgermeisterin wählen oder auf keinen Fall haben will, geführt werden. Programme der Parteien oder Konzepte der Kandidaten sind noch nicht einmal richtig veröffentlicht. Es stehen noch nicht einmal alle Bewerber final fest. Deshalb ist für mich besonders interessant, welche Anfeindungen unter den Bürgerinnen und Bürgern jetzt schon deutlich ausgesprochen werden. Dies geschieht nur, weil jemand seine Meinung über den eigenen Favoriten schon benannt hat. In der Demokratie sollte doch jeder die Meinung Andersdenkender aushalten und respektieren können.
Zunächst wäre aber sehr wichtig, dass jeder sein Wahlrecht überhaupt wahrnimmt. Wir sind doch alles privilegierte Bürger, die die Vorzüge einer freien Wahl genießen dürfen. Somit sollten wir dies auch als
Verpflichtung sehen, zum Wohle der Allgemeinheit politisch das Beste herauszuholen. Man sollte also keineswegs Politikverdrossen sein, Politikerverdrossen aber schon eher. Das macht einen erheblichen Unterschied aus.
Wenn es um Personenwahlen geht sollte man sich sehr genau überlegen, um was für eine Wahl es überhaupt geht. Ja, in jedem steckt sicherlich der Drang, eine bestimmte Partei an die Spitze zu wählen.
Es ist aber doch möglich, dass bei Bundestagswahlen in unserem Wahlbezirk ein Bundespolitiker agiert, der nicht meiner eigenen Partei angehört. Dennoch hat er durch sein persönliches Engagement hier besonders viel erreicht. Dann ist er oder sie mein Kandidat bzw. Kandidatin.
Bei Landtagswahlen könnte es ein Politiker noch einer weiteren Partei als bei der Bundestagswahl sein. Bei Oberbürgermeisterwahlen tritt die Expertise der Kandidaten erst richtig in den Vordergrund. Hier spielt wie bei keiner anderen Wahl die Empathie und Sympathie eine wichtige Rolle. Der persönliche Draht zur Bevölkerung und natürlich der Lebenslauf sind entscheidend.
Wenn er oder sie im Laufe seines politischen Wirkens schon wirksame Ergebnisse erzielt hat, hilft das ebenfalls bei der Einschätzung der Qualifikation. Das wichtigste ist aber, zu erkennen, dass in der Stadt in den nächsten Jahren erhebliche Herausforderungen mit immensen finanziellen Aufwendungen zu verarbeiten sind.
Und da kommen die politischen und wirtschaftlichen Kontakte im Bezirk und in Bayern sowie zu den Entscheidern auf Bundesebene ins Spiel. Wer hier die meisten Punkte erzielt, hat sicherlich die besten Karten. Er oder sie kann für die Stadt, die Bürgerinnen und Bürger, und die Unternehmen am meisten bewegen. So viele Topkandidaten für den Chefsessel im Rathaus bleiben dann wahrscheinlich nicht übrig.
Wie auch immer, ich wünsche der schönsten Stadt Deutschlands eine glückliche Hand und eine Top Besetzung im Rathaus. Vorausgesetzt, diese kommt nicht von den Rechtsextremen, ihr habt es in der Hand.
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