Das steckt oft dahinter!
von Dr. med. Inken Seelmann, Fachärztin Allgemeinmedizin und Hausärztin in Bamberg.
Ständig erschöpft, obwohl Sie genug schlafen?
Das kann ein Hinweis auf eine obstruktive Schlafapnoe sein – eine Erkrankung, die Millionen Menschen betrifft, aber häufig unentdeckt bleibt. Und das kann gefährlich werden.
Die unterschätzte Gefahr im Schlaf
Bei der obstruktiven Schlafapnoe erschlaffen nachts die Muskeln im Rachen, die Atemwege verengen sich – und es kommt zu wiederholten Atemaussetzern. Der Körper reagiert mit kleinen “Weckreaktionen”, oft begleitet von lautem Schnarchen oder einer nach Luft schnappenden Atmung. Das Problem: der Schlaf erholt den Körper nicht mehr. Folge: Müdigkeit, Konzentrationsprobleme und Gereiztheit am Tag – oft über Jahre hinweg, ohne dass die Ursache erkannt wird
Typische Warnsignale sind:
• lautes, unregelmäßiges Schnarchen,
• Atempausen im Schlaf,
• morgendliche Kopfschmerzen,
• extreme Tagesmüdigkeit,
• Sekundenschlaf beim Autofahren,
• Stimmungsschwankungen und Vergesslichkeit.
Warum Sie handeln sollten….
Unbehandelt kann eine obstruktive Schlafapnoe schwerwiegende Folgen haben: Herzinfarkt und Schlaganfallrisiko, Bluthochdruck und Diabetes. Ein Sekundenschlaf erhöht das Unfallrisiko
…und was Sie tun können!
Der erste Weg führt meist zum Hausarzt. Mit einem einfachen ambulanten Scan (Polygraphie) lässt sich schnell testen, ob ein Verdacht vorliegt. Bestätigt sich dieser, kann ein Schlaflabor die Diagnose sichern.
Die Therapie hängt von der Schwere ab:
• Gewichtsreduktion und gesünderer Lebensstil,
• CPAP-Atemgeräte halten die Atemwege offen,
• Zahnschienen helfen in leichteren Fällen,
• in seltenen Fällen sind operative Eingriffe nötig.
Mein Rat als Hausärztin:
Schnarchen ist nicht immer harmlos. Wer sich ständig müde und abgeschlagen fühlt oder von Partnern aber Partnerinnen auf Atempausen ingewiesen wird, sollte nicht zögern. Sprechen Sie Ihren Hausarzt/Hausärztin an. Oft reicht dann ein einfacher Test um Klarheit zu bekommen – und die Therapie kann ihr Leben verändern. Obstruktive Schlafapnoe ist weit verbreitet, aber oft unerkannt. Die gute Nachricht: Sie ist behandelbar. Wer früh handelt, schläft nicht nur besser – sondern schützt Herz, Kreislauf und Lebensqualität.
Die Autorin
Dr. med. Inken Seelmann ist Fachärztin für Allgemeinmedizin. Im medicum-bamberg.de liegen ihre Schwerpunkte neben hausärztlicher Betreuung in den Bereichen Diagnostik bei Verdauungsproblemen, Haarausfall, ärztlich unterstütztem Abnehmen und Gelbfieberimpfungen.
Bamberg schreibt mit – erzählen Sie uns Ihre Geschichte!
Ob Begegnung, Beobachtung oder besonderer Moment: Ihre Erlebnisse aus dem Alltag sind es, die unsere Region lebendig machen.
Schreiben Sie uns an [email protected]