KEIN EIGENER KANDIDAT!
SPD im Landkreis Bamberg kneift bei der Landratswahl und redet sich raus
BAMBERG-LAND – Früher war die SPD im Landkreis Bamberg eine Macht. Heute wirkt sie wie ein Team, das schon vor dem Anpfiff auf Unentschieden spielt: Bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 tritt die SPD Bamberg-Land ohne eigenen Landratskandidaten an.
Offiziell heißt es auf Facebook, man wolle „die Kräfte bündeln“ und „die gesamte Region im Blick“ behalten. In Wahrheit klingt es eher nach: Wir schaffen’s nicht mehr.
Dabei ging’s schon mal anders
Besonders pikant: Bei der letzten Landratswahl hatte der SPD-Kandidat Andreas Schwarz den Amtsinhaber Johann Kalb immerhin in die Stichwahl gezwungen. Damals war da noch Kampfgeist. Und jetzt? Rückzug.
SPD schaut nach Bamberg Stadt, nicht nach Bamberg Land
In der SPD-Meldung steht klar, worauf man setzt: Man will vor allem die SPD Bamberg und den Oberbürgermeisterkandidaten Sebastian Niedermaier unterstützen, damit die größte Stadt Oberfrankens „in SPD-Hand“ bleibt.
Übersetzt: Der Landkreis läuft nebenher.
Was steckt dahinter? In der Partei rumort es
In Parteikreisen wird getuschelt: mangelndes Interesse, interne Zerwürfnisse, schlechte Stimmung. Besonders im Fokus steht dabei immer wieder SPD-Fraktionsvorsitzender Jonas Merzbacher. Offiziell sagt das natürlich niemand so. Aber dass die SPD ausgerechnet jetzt keinen eigenen Landratskandidaten aufstellt, wird intern von vielen als Kapitulation gelesen.
Große Liste, großes Gerede, kleiner Mut?
Die SPD wirbt mit einem „bekannten Spitzenteam“, Männern und Frauen aus Arbeitswelt, Ehrenamt, öffentlichem Leben, dazu „erfahrene Bürgermeister“. Inhaltlich werden die üblichen Baustellen genannt: Arbeitsplätze, medizinische Versorgung, Bildung, Energie, ÖPNV.
Alles richtig. Aber die Frage bleibt: Warum dann kein eigener Landratskandidat?
Denn wer den Landkreis gestalten will, sollte auch den Mut haben, ihn zu führen. Und genau dieser Mut fehlt der SPD Bamberg-Land gerade offensichtlich.
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