Bamberg besiegelt neue Städtepartnerschaft mit Mukatschewo
Bamberg/Mukatschewo – Mit einer feierlichen Stadtratssitzung setzt Bamberg heute ein sichtbares Zeichen europäischer Verbundenheit: In der Festsitzung ab 16 Uhr im Hegelsaal der Konzerthalle wird die Städtepartnerschaft mit der westukrainischen Stadt Mukatschewo offiziell besiegelt. Der Saal öffnet bereits 30 Minuten vor Beginn.
Zur Unterzeichnung werden neben zahlreichen Stadträtinnen und Stadträten auch Gäste aus der Ukraine erwartet: Oberbürgermeister Andreas Starke setzt seine Unterschrift gemeinsam mit den Mukatschewoer Vizebürgermeistern Julia Taips und Swjatoslaw Tuz unter den Partnerschaftsvertrag. Ebenfalls angekündigt ist Generalkonsul Yurii Nykytiuk. Für Bamberg ist es die siebte Städtepartnerschaft – und in Zeiten des Krieges eine, die weit über Symbolik hinausgehen soll.
Warum ausgerechnet Mukatschewo?
Die Idee zur neuen Städtepartnerschaft geht u. a. auf einen von Prof. Dr. Gerhard Seitz (CSU) mit initiierten fraktionsübergreifenden Antrag zurück; in der Anbahnung spielten außerdem die langjährigen Kontakte über das Erzbischöfliche Ordinariat/Referat Weltkirche eine wichtige Rolle – dort wird u. a. Michael Kleiner genannt, der auch als Renovabis-Ansprechpartner für die Erzdiözese Bamberg geführt ist. Mukatschewo (ukr. Mukachevo) liegt in der Oblast Transkarpatien in der Westukraine, nahe der Grenzen zur Slowakei und Ungarn; in der Stadt leben rund 85.000 Menschen.
Als regionaler Knotenpunkt ist Mukatschewo auch verkehrlich bedeutend (u. a. Bahnverbindungen Richtung Slowakei); wirtschaftlich gibt es Industrie- und Gewerbeansiedlungen sowie Handel und Dienstleistungen.
Ein Wahrzeichen, das sich tief in die Stadtgeschichte eingeschrieben hat, ist die Burg Palanok – eine weithin sichtbare Festungsanlage oberhalb der Stadt, die bis ins Mittelalter zurückreicht und heute touristischer Anziehungspunkt ist.
Historische Fäden nach Franken – und ein sehr konkreter Anlass
Der Impuls zur Partnerschaft hat eine starke Gegenwartsdimension: Seit dem russischen Angriffskrieg knüpfen viele deutsche Kommunen direkte Verbindungen in die Ukraine, getragen von Solidarität und dem Gedanken praktischer Hilfe. Für Bamberg kommen besondere historische und zivilgesellschaftliche Brücken hinzu: Über kirchliche Kontakte bestehen seit Jahren Beziehungen nach Transkarpatien – auch vor dem Hintergrund der „Schönborn-Franken“, die im 18. Jahrhundert in die Region auswanderten und deren Nachfahren bis heute Spuren hinterlassen.
Mukatschewo selbst ist zwar weiter von der Front entfernt, bleibt aber vom Krieg unmittelbar betroffen: Die Stadt hat laut Bamberger Unterlagen rund 25.000 Binnenflüchtlinge aufgenommen – eine enorme Aufgabe für Verwaltung, Schulen und soziale Infrastruktur. Genau hier setzt die Partnerschaft an: nicht als „Foto-Termin“, sondern als Arbeitsbeziehung.
Was soll aus der Partnerschaft werden?
Geplant sind Kooperationen, die „funktionieren“, weil sie Menschen und Institutionen zusammenbringen: Kultur, Bildung und Wissenschaft, Gesundheitswesen, Know-how-Transfer (z. B. Denkmalpflege) sowie humanitäre Hilfe gehören zu den Feldern, die ausdrücklich genannt werden. In Mukatschewo gibt es zudem eine ausgeprägte Bildungslandschaft mit zahlreichen Schulen sowie Hochschul- und Ausbildungsangeboten – ein Anknüpfungspunkt für Austausch und gemeinsame Projekte.
Einladung an die Bürgerschaft
Die Stadt macht deutlich: Eine Partnerschaft lebt nicht von Unterschriften, sondern von Beteiligung. Deshalb gilt für die heutige Festsitzung ausdrücklich: Zuschauen, dabei sein, Anteil nehmen – gerade, weil dieses Kapitel europäischer Zusammenarbeit in Bamberg nicht im Kleinen beginnen soll.
Hinweis: Festsitzung des Stadtrats zur Unterzeichnung der Vereinbarung zwischen Mukatschewo und Bamberg, heute ab 16 Uhr, Hegelsaal (Konzerthalle), Einlass ab 15:30 Uhr.
Bamberg schreibt mit – erzählen Sie uns Ihre Geschichte!
Ob Begegnung, Beobachtung oder besonderer Moment: Ihre Erlebnisse aus dem Alltag sind es, die unsere Region lebendig machen.
Schreiben Sie uns an [email protected]