Ein Gespräch mit Steffen Wolf aka Hausmeister Hannes Winkler bei den Rosenheim-Cops.
Von H.P. Fiedler
Ich kenne Steffen Wolf schon fast vierzehn Jahre und jetzt durfte ich ein Gespräch mit ihm führen.
Zu Beginn kurz zur Person:
- Name: Steffen Wolf
- Alter und was noch dazu gehört: noch 40 Jahre, verheiratet, zwei Kinder
- Wohnort: Effeltrich
- Erlernter Beruf: Einzelhandelskaufmann
- Berufung: Schauspieler
Wir treffen uns in Forchheim, auf dem Schindlerkeller.
Auf die erste Frage, wie er denn zur Schauspielerei kam, antwortet er ohne zu zögern:
„Meine Oma Rosa, die Mama und mein Realschullehrer Rainer Streng.“ Steffen hält Rainer Streng für den Hauptverantwortlichen, dass er diesen Berufsweg beschritten hat.
Der Grundstein wurde in Effeltrich mit ersten Aufritten als Büttenredner bei der Prunksitzung gelegt.
„Angefangen hat alles mit der Theatergruppe in der Realschule“, erzählt Steffen, „die von Rainer Streng geleitet wurde“. Er erkannte Steffens Talent, dass er als Macbeth in der Shakespeare-Company unter Beweis stellen durfte und bestärkte ihn, weiter als Darsteller zu agieren. „so entstand der Gedanke an den Besuch einer Schauspielschule“, erzählt Steffen weiter.
„Als ich den Gedanken zu Hause laut aussprach, kam der Klassiker von meiner Mutter.“ Und der lautete: „Lern erschd amol wos Gscheids.“
Steffen war für diesen Einwand sehr dankbar und würde jedem ambitionierten jungen Menschen raten, vor dem Besuch der Schauspielschule einen anderen Beruf zu erlernen. Und so absolvierte er eine dreijährige Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann bei einem Werkzeugfachhändler in Forchheim und es ging ihm gut. Es folgte die Mitwirkung in der Theatergruppe auf der Ruine Neideck, wieder unter der Leitung seines ehemaligen Lehrers, Rainer Streng. Aber der Gedanke sein Berufsleben hinter dem Schreibtisch zu verbringen, erzeugt bei Steffen keine Begeisterung und eine Familie mit einem Kaufmannsgehalt zu gründen und zu ernähren stellte er sich nicht einfach vor.
„Heut bin ich gscheider, weil meine Frau Kinderärztin ist, und edz hätt mei Kaufmannsgeld aa glangd“, witzelt Steffen.
Aber es kam, wie es kommen musste
Eine ehemalige Schulkollegin brachte dann den Stein, in Richtung Schauspielschule; doch noch ins Rollen.
Zitat:
„Du wolltest doch schon immer auf eine Schauspielschule gehen. Wenn Du jetzt nicht weißt, wie es weitergehen soll, dann mach doch das!“
Zitat Ende.
„Und dann hab ich mir gedacht – Dou hods Rechd“ sagt Steffen weiter im Gespräch.
Steffen Wolf ist ein heimatverbundener Mensch, deshalb wollte er auch nicht zu weit weg auf die „Schule“ und hatte Erlangen im Auge.
Und hier trat wieder der besagte Lehrer auf die Bühne und riet auf Nachfrage von Steffen, von dieser Wahl ab.
Zitat Rainer Streng:
„Wenn Schauspielschule, dann Hamburg, Berlin oder München.“
Zitat Ende.
Es folgte die Bewerbung bei einer privaten Schule in München, bei der Steffen auch angenommen wurde. Dieses Institut entpuppte sich nicht als Glücksgriff, denn schon nach kurzer Zeit stellte diese Akademie ihren Lehrbetrieb ein, was auch für die Schüler mit finanziellen Verlusten verbunden war, wie Steffen Wolf weiter erläutert.
„Nach diesem Erlebnis kamen Zweifel hoch“, erzählt er weiter.
Ein Mitschüler, der Sohn einer berühmten Mutter, Nepo Fitz ermutigte Steffen mit ihm zusammen auf die renommierte Münchner Schauspielschule Zerboni zu gehen.
Es war eine sehr lustige Truppe, die sich da zusammenfand, erzählt Steffen. Dabei waren Simon Pearce, Nepo Fitz und Maxi Schaffroth, was den Schulbesuch zum dauerhaften Kabarettprogramm machte, wie sich Steffen immer noch schmunzelnd erinnert.
Nach Abschuss der Schule kamen die ersten Engagements wie am Hoftheater Bergkirchen.
Der nächste Schritt folgte mit Steiners Theaterstadel. Auf Empfehlung ihres Sohnes, Simon Pearce, fuhren Christiane Blumhoff und Gerda Steiner nach Bergkirchen um sich den Wolf mal anzuschauen. Und Gerda Steiner gefiel, was sie da sehen durfte.
Und weiter ging die Reise des Jungmimen Steffen Wolf über Zwischenstopps bei „Garmisch Cops“ und „Notruf Hafenkante“, um dann, wie er es nennt „anzukommen“.
Anfangs in der kleinen Rolle des Paketboten, die sich dann aber schnell entwickelte, so dass er jetzt als Hausmeister Hannes Winkler ein fester Bestandteil des Ensembles geworden ist. Seine gemütliche und freundliche Darstellung eines Franken in der Ferne, mit dem unvergleichlichen Zungenschlag hat ihm einen festen Platz auch in den Herzen der Fernsehzuschauer geschaffen. „Das zugehörige Skript bekomme ich natürlich auf Hochdeutsch“, erzählt Steffen, „aber die fränkische Klangfärbung der Texte, darf ich selbst einbringen, was großen Spaß macht“ erläutert er mit sichtlicher Begeisterung.
„Ich fühle mich sehr wohl am Set mit den Kollegen und damit meine ich nicht nur die Schauspieler“ und tiefe Zufriedenheit liegt in Steffen Wolfs Stimme, wenn er von seiner „Berufung“ erzählt. Wir wünschen Steffen Wolf weiterhin viel
Bamberg schreibt mit – erzählen Sie uns Ihre Geschichte!
Ob Begegnung, Beobachtung oder besonderer Moment: Ihre Erlebnisse aus dem Alltag sind es, die unsere Region lebendig machen.
Schreiben Sie uns an [email protected]