Deutlicher Appell vor Entscheidung im Finanzsenat – Überparteiliche Initiative im Stadtrat
Bamberg – In einem ungewöhnlich klaren und gemeinsamen Appell haben sich die wichtigsten Wirtschaftsorganisationen der Region für den Erhalt des Stadtmarketing Bamberg e. V. ausgesprochen. Kurz vor der entscheidenden Sitzung des Finanzsenats am Mittwoch fordern sie die Stadträtinnen und Stadträte auf, die Arbeit des Stadtmarketings weiterhin finanziell und politisch zu unterstützen.
Gleichzeitig formiert sich im Stadtrat eine fraktionsübergreifende Initiative von Stadträten unter anderem aus CSU, Bambergs unabhängigen Bürgern (BuB) und BBB, die den gestrichenen Zuschuss für das Stadtmarketing im städtischen Haushalt wieder aufnehmen wollen. Dass sich nun auch die Spitzen der Wirtschaft so geschlossen zu Wort melden, unterstreicht die Bedeutung des Vereins für den Standort Bamberg.
„Wesentlicher Impulsgeber für eine lebendige Innenstadt“
In ihrem Schreiben an die Fraktionen und Mitglieder des Stadtrats betonen die Verbände, ein funktionierendes Stadtmarketing sei „wesentlicher Impulsgeber für die Entwicklung einer lebendigen Innenstadt“ und ein verlässlicher Partner für Gastronomie, Handel und innerstädtische Gewerbetreibende. Das Stadtmarketing Bamberg fungiere dabei als einzigartige öffentlich-private Partnerschaft, die seit 1997 bundesweit als Erfolgsmodell gelte.
Rund 260 Mitglieder aus Handel, Handwerk, Hotellerie, Gastronomie, Dienstleistungen, freien Berufen, Kultur sowie Vertreter aus Kommunalpolitik und Verwaltung bilden die Basis des Vereins. Damit bilde das Stadtmarketing, so die Unterzeichner, die wirtschaftliche Vielfalt der Stadt Bamberg in besonderer Breite ab.
Mehr als „nur Events“: Scharnierfunktion für die Innenstadt
Die Verbände warnen ausdrücklich davor, die Rolle des Stadtmarketings auf die Organisation attraktiver Veranstaltungen zu verkürzen. In Zeiten des Strukturwandels im Handel brauche es ein zentrales Gremium, das die Interessen der innerstädtischen Unternehmen bündelt, Marketingmaßnahmen koordiniert und die Attraktivität des Standorts nach innen und außen gemeinsam kommuniziert.
Das Stadtmarketing nehme genau diese Scharnierfunktion zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft wahr. Innenstadtaktionen, Einkaufsnächte, verkaufsoffene Sonntage und etablierte Festivals würden die Aufenthaltsqualität steigern, Kaufkraft binden und die Bamberger Innenstadt sichtbar beleben. „Sie bringen Menschen in die Innenstadt, sorgen für Belebung der Straßen und Plätze und machen Bamberg weit über die Region hinaus erlebbar“, heißt es in dem Schreiben.
Unterstützung, Vernetzung, Weiterbildung
Deutlich hervorgehoben wird auch die Unterstützungsarbeit für Betriebe. Durch Netzwerkveranstaltungen, Workshops und Weiterbildungsangebote biete das Stadtmarketing konkrete Hilfen für Gewerbetreibende, Existenzgründer sowie kleine und mittlere Unternehmen. Die Themen reichen von Digitalisierung und Fachkräftesicherung bis hin zu ganz praktischen Beratungsleistungen.
Als erfolgreiches Instrument der Kaufkraftbindung nennen die Verbände den Einkaufsgutschein „CitySchexs“, mit dem seit Jahren gezielt Umsätze in der Stadt gehalten werden. Das Stadtmarketing trage damit „nachhaltig zur Stärkung des lokalen Handels“ bei.
„Schlüssel für eine zukunftsfähige Innenstadt“
Im Fazit machen die Wirtschaftsorganisationen deutlich, dass ein starkes Stadtmarketing für die zukünftige Entwicklung Bambergs von zentraler Bedeutung sei. Es bündele Kräfte, fördere Kooperation, schaffe Identifikation und sorge dafür, dass Bamberg auch künftig als lebendige, attraktive und gemeinschaftsorientierte Stadt wahrgenommen werde.
„Wir sprechen uns daher ausdrücklich für die Fortführung und Anerkennung der Arbeit des Stadtmarketings aus“, schreiben die Unterzeichner und appellieren an Kommunalpolitik und Verwaltung, die Arbeit des Vereins „auch weiterhin tatkräftig und finanziell zu unterstützen“.
Unterzeichnet ist der Brief von
- Herbert Grimmer, Vizepräsident der IHK für Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bamberg,
- Matthias Grassmann, Präsident der Handwerkskammer für Oberfranken,
- Anne Rudel, Kreisvorsitzende des Bezirks Oberfranken des Bayerischen Handelsverbandes,
- Hendrik Beck, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bamberg,
- Wilfried Kämper, Vorsitzender des Wirtschaftsclub Bamberg e. V.,
- und Benedikt Feuerstake, Vorsitzender der Mittelstandsunion.
Wie der Finanzsenat am Mittwoch entscheidet und ob der Stadtrat dem fraktionsübergreifenden Vorstoß zur Wiederaufnahme des Zuschusses folgt, wird damit weit mehr sein als eine reine Haushaltsfrage: Es ist auch ein Signal, welchen Stellenwert die Stadt dem gemeinsamen Engagement von Wirtschaft, Stadt und Bürgerschaft für die Zukunft der Bamberger Innenstadt beimisst.
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