Haushaltskürzungen im Sozialbereich: Grüne fordern Maßnahmen gegen Kinderarmut in Deutschland
18.05.2026, 00:53 Uhr
Die Diskussion über die Kinderarmut in Deutschland hat durch die geplanten Haushaltskürzungen im Sozialetat neue Brisanz erhalten. Die Grünen äußern scharfe Kritik an der Regierungskoalition, die in ihren Haushaltsplänen Einschnitte im Bildungs- und Sozialbereich vorsieht. Laut einer aktuellen Studie von Unicef liegt die Kinderarmutsquote in Deutschland bei 15 Prozent, was international einen besorgniserregenden Platz 25 von 37 Ländern bedeutet.
„Es ist skandalös, dass in Deutschland Kinderarmut so stark die Bildungschancen beeinflusst“, erklärte Misbah Khan, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Er betonte die Notwendigkeit von „massiven Investitionen in die Bildung unserer Kinder“ und forderte eine effektive Bekämpfung der Kinderarmut. Khan bezeichnete die geplanten Kürzungen als „Bankrotterklärung für die Bildungs- und Sozialpolitik in Deutschland“.
Auch Nicole Gohlke, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken, kritisierte das schlechte Abschneiden Deutschlands in der Unicef-Studie und nannte es einen „beschämenden Skandal“. Sie forderte eine „echte, armutsfeste Kindergrundsicherung“ anstelle der bisherigen politischen Maßnahmen, die ihrer Meinung nach nicht ausreichen. Gohlke plädierte für gezielte Investitionen in die soziale Infrastruktur, angefangen bei gut ausgestatteten Kitas in sozialen Brennpunkten bis hin zu einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung.
Internationale Vergleichsstudie zeigt alarmierende Ergebnisse
Die Unicef-Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Kinderarmutsquote in Deutschland seit Jahren bei hohen 15 Prozent stagniert. Dies wird als alarmierend eingestuft, insbesondere im Bildungsbereich, wo Deutschland im internationalen Vergleich schlecht abschneidet.
Die Grünen-Wohnungspolitikerin Sylvia Rietenberg äußerte sich zudem zur Wohnungslosigkeit in Deutschland. Sie warf der Bundesregierung vor, nicht ausreichend gegen dieses Problem vorzugehen. „Es ist positiv, dass die Bundesregierung das Ziel verfolgt, Wohnungslosigkeit bis 2030 zu überwinden“, sagte Rietenberg. „Doch ein Ziel allein reicht nicht aus, um Menschen von der Straße in eine Wohnung zu bringen. Hierfür bedarf es eines verbindlichen Fahrplans, klarer Zuständigkeiten und überprüfbarer Fortschritte.“
Die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen-Fraktion bestätigte, dass die schwarz-rote Regierung an dem Ziel festhält, die Obdach- und Wohnungslosigkeit bis 2030 zu beseitigen. Dies wurde erstmals von der Ampel-Regierung angekündigt.
Die anhaltende Diskussion über Kinderarmut und Wohnungslosigkeit verdeutlicht die dringende Notwendigkeit von politischen Maßnahmen, die über bloße Zielsetzungen hinausgehen und konkrete Lösungen bieten.
Quellen: n-tv, institut-fuer-menschenrechte, apotheken-umschau
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