Der Präsident der Vereinigten Staaten strebt an, den Konflikt mit dem Iran schnellstmöglich zu beenden oder zumindest eine Unterbrechung herbeizuführen. Medienberichten zufolge hat Washington einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs vorgelegt. Zu den Forderungen der USA gehört unter anderem die Herausgabe des angereicherten Urans. Ein Regimewechsel in Teheran wird dabei nicht thematisiert.
Nach Informationen von verschiedenen Medien hat die US-Regierung der iranischen Führung einen 15-Punkte-Plan übermittelt, um den Krieg zu beenden. Der Vorschlag sei über die pakistanische Regierung, die als Vermittler fungiert, an Teheran gelangt, so berichtete die „New York Times“ unter Berufung auf zwei nicht namentlich genannte Beamte. Der Plan sieht strenge Auflagen für das iranische Atomprogramm sowie die Wiedereröffnung der Straße von Hormus vor.
Feuerpause und Urananreicherung
Wie der israelische Sender Channel 12 berichtet, schlagen die USA eine einmonatige Feuerpause vor, während der über den Plan verhandelt werden soll. Der Plan beinhaltet ein Ende der Urananreicherung im Iran sowie die Übergabe des bereits angereicherten Materials. Zudem soll der Iran die Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr öffnen.
Im Gegenzug sollen laut Channel 12 alle Sanktionen gegen den Iran aufgehoben werden. Darüber hinaus soll Teheran Unterstützung für die Entwicklung ziviler Atomenergie in Buschehr erhalten. Kurz vor der Bekanntgabe des Plans hatte die iranische Regierung Israel beschuldigt, das Atomkraftwerk im Iran erneut angegriffen zu haben.
Reaktionen auf den Plan
Das Weiße Haus sowie das US-Außenministerium haben sich bislang nicht zu den Berichten geäußert. Dennoch reagierten die Ölpreise sofort auf die Nachrichten: Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent fiel um 5,92 Prozent auf 98,30 Dollar (84,71 Euro). Der Preis für die US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) sank um 5,01 Prozent auf 87,72 Dollar.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor erneut betont, dass Verhandlungen mit dem Iran „genau jetzt“ stattfinden. An diesen Gesprächen seien Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, Trumps Sondergesandter Steve Witkoff sowie sein Schwiegersohn Jared Kushner beteiligt. Trump erklärte, man spreche mit den „richtigen Leuten“ im Iran, ohne jedoch ins Detail zu gehen. Er erwähnte, dass es eine neue Führung in der Islamischen Republik gebe und die Iraner „unbedingt“ eine Einigung erzielen wollten. Das iranische Außenministerium sowie der einflussreiche Parlamentspräsident Mohammed Baker Kalibaf hatten jedoch Trumps Aussagen zurückgewiesen und bestritten, dass seit Sonntag Verhandlungen mit den USA stattfinden.
Konfliktverlauf und geopolitische Auswirkungen
Israel und die USA hatten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. In der Folge reagierte Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region. Seit Beginn des Konflikts ist die Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto blockiert. Dies hat zu einem Anstieg der Öl- und Gaspreise weltweit geführt, was Trump zusätzlich unter innenpolitischen Druck setzt.
Nach Angaben der UN-Schifffahrtsorganisation (IMO) soll der Iran die Straße von Hormus mittlerweile teilweise wieder geöffnet haben. Schiffe, die „weder an Aggressionshandlungen gegen den Iran teilnehmen noch diese unterstützen“ und bestimmte Sicherheitsvorschriften einhalten, dürfen „in Abstimmung mit den zuständigen Behörden“ die wichtige Meerenge wieder passieren, so die Erklärung Teherans.
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Bildquelle: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)