Politik
Pflegekosten gefährden Vermögen vieler Familien in Deutschland
07.05.2026, 13:16 Uhr
Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Menschen in Deutschland durch die Pflege von Angehörigen erhebliche finanzielle Einbußen erleiden. Im Auftrag der DAK-Gesundheit wurde festgestellt, dass mehr als die Hälfte der Befragten höhere Pflegebeiträge für akzeptabel hält, jedoch unter bestimmten Bedingungen.
Die Umfrage verdeutlicht, dass die Pflegebedürftigkeit eines Angehörigen für viele Familien oft mit gravierenden materiellen Verlusten verbunden ist. 49 Prozent der befragten Pflegepersonen berichteten, dass sie selbst oder in ihrem Umfeld von Pflegearmut betroffen sind, was den Verlust des eigenen Hauses oder eines Großteils der Ersparnisse umfasst.
Derzeit greift der Staat ein, wenn sämtliche Ersparnisse bis auf ein Schonvermögen von 10.000 Euro (bei Alleinstehenden) aufgebraucht sind. Angehörige, die unterhaltspflichtig sind, können erst dann zur Kasse gebeten werden, wenn ihr jährliches Bruttoeinkommen 100.000 Euro übersteigt.
Forderung nach umfassender Reform
In der vom Institut Allensbach durchgeführten Umfrage sprachen sich zudem zwei Drittel der Befragten für eine umfassende Reform der Pflege aus, die eine verlässliche Versorgung sicherstellt. Kürzungen beim Pflegegeld wurden von den meisten klar abgelehnt.
DAK-Vorstandschef Andreas Storm erklärte, dass die Umfrage zeige, dass Pflegearmut „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ sei. „Wenn jede zweite Pflegeperson bei sich oder im Umfeld durch Pflege das eigene Haus oder den Großteil der Ersparnisse verliert, dann ist das sozialer Sprengstoff,“ so Storm weiter.
Er forderte Bund und Länder auf, eine umfassende Pflegereform auf den Weg zu bringen. „Es ist entscheidend, eine Lösung zur Begrenzung der explodierenden Heimkosten zu finden, damit Pflege nicht weiter zur Armutsfalle wird,“ betonte er. Zudem verschärfe der dramatische Anstieg der Ausgaben für die Hilfe zur Pflege die Finanzkrise der kommunalen Haushalte erheblich.
Erwartungen an die Reform
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken kündigte an, bis Mitte Mai einen ersten Entwurf für eine Reform der sozialen Pflegeversicherung vorzulegen. Laut der Umfrage rechnen die meisten Befragten mit höheren finanziellen Belastungen durch die Reform. 61 Prozent der Teilnehmer halten Beitragserhöhungen oder Leistungskürzungen für unvermeidlich.
Die Hälfte der Bevölkerung erwartet zudem deutlich steigende Pflegebeiträge, während 36 Prozent mit moderaten Erhöhungen rechnen. 51 Prozent der Befragten sind bereit, höhere Beiträge zu akzeptieren, sofern der Staat die vollständige Absicherung der Pflegebedürftigkeit übernimmt.
Die Ergebnisse der Umfrage verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, die Herausforderungen im Bereich der Pflege anzugehen und eine nachhaltige Lösung zu finden, um die finanzielle Belastung für Familien zu reduzieren. Zudem ist es wichtig zu beachten, dass Naharbeit bei wenig Licht ein Problem für die Augen sein kann, was in der Pflege ebenfalls von Bedeutung ist.
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Quellen: n-tv