In Passau ist ein Untersuchungshäftling, der mit Handschellen gefesselt war, entkommen. Die Polizei fahndet intensiv nach dem 22-Jährigen, der nach einem Hafttermin auf dem Weg zu einem Polizeiwagen flüchtete. Bislang blieben die Suchmaßnahmen ohne Erfolg.
Flucht nach Hafttermin
Der Vorfall ereignete sich am 1. März 2026, als der 22-Jährige nach einem Hafttermin am Amtsgericht in der niederbayerischen Stadt plötzlich von zwei Polizeibeamten weglief. Auch am Sonntag gab es laut Polizei keine Hinweise auf seinen Aufenthaltsort.
Die Polizei hat ein Foto des Flüchtigen veröffentlicht und bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Gleichzeitig warnte sie, dass der Mann möglicherweise eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellen könnte. Der Häftling war am Donnerstag aufgrund eines Haftbefehls festgenommen worden, der auf einem dringenden Verdacht der gefährlichen Körperverletzung basierte. Diese Delikte sind in der Regel Beziehungsdelikte, was bedeutet, dass Täter und Opfer sich kannten, wie ein Polizeisprecher erklärte.
Beschreibung des Flüchtigen
- Alter: 22 Jahre
- Größe: etwa 1,81 Meter
- Besonderheit: Piercing am linken Ohr
Vor seiner Flucht hatte der 22-Jährige bereits eine Nacht im Polizeiarrest verbracht. Am Folgetag wurde der Haftbefehl von einem Richter in Vollzug gesetzt. Zwei Polizeibeamte sollten ihn anschließend zur Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt bringen. Doch trotz der Handschellen gelang ihm die Flucht.
Wie konnte die Flucht gelingen?
„Es scheint, als hätte er eine günstige Gelegenheit genutzt“, erklärte der Polizeisprecher. Es wird vermutet, dass der Mann in der Lage war, sich schnell von den Handschellen zu befreien. Die Ermittlungen konzentrieren sich auch darauf, ob er möglicherweise Unterstützung bei seiner Flucht hatte.
Nach Angaben der Polizei lief der 22-Jährige am späten Freitagvormittag zunächst in Richtung Innenstadt. Ein Großaufgebot der Polizei suchte nach ihm, darunter mehrere Streifenwagen, die Bereitschaftspolizei, Spürhunde und ein Polizeihubschrauber. Trotz dieser umfangreichen Maßnahmen blieb der Verdächtige unauffindbar. Auch mehrere Objekte wurden durchsucht, jedoch ohne Erfolg, so der Sprecher.
Sicherheitsvorkehrungen im Fokus
Das bayerische Innenministerium hat bereits vor einiger Zeit eine Arbeitsgruppe am Polizeipräsidium Oberpfalz eingerichtet, die Handlungsempfehlungen für den Umgang mit gefesselten Verdächtigen, insbesondere bei Gerichtsvorführungen, erarbeitet hat. Solche Vorfälle wie in Passau seien glücklicherweise selten, betonte ein Ministeriumssprecher.
Im Jahr 2023 sorgten die Flucht eines verurteilten Mörders aus dem Amtsgericht Regensburg sowie eines Angeklagten aus dem Landgericht Coburg für Aufsehen. In der Folge wurden die Sicherheitskonzepte der Gerichte in Bayern überprüft.
„Aktuell liegt der Fokus klar auf der Fahndung nach dem Flüchtigen“, sagte der Ministeriumssprecher. Die Erkenntnisse aus diesem Fall sollen jedoch später in die Arbeit der Polizei-Arbeitsgruppe einfließen und gründlich analysiert werden.
- Die Bayerische Polizei – Gestohlenes Lieferfahrzeug tauchte bei Ladendiebstahl wieder auf
- BPOLD-B: 55 Tage Haft wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis
„`
Bildquelle: ai-generated-gemini
Bamberg schreibt mit – erzählen Sie uns Ihre Geschichte!
Ob Begegnung, Beobachtung oder besonderer Moment: Ihre Erlebnisse aus dem Alltag sind es, die unsere Region lebendig machen.
Schreiben Sie uns an [email protected]