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Bremer Kita unter Tuberkulose-Verdacht: 100 Kinder werden getestet

Nach einer Tuberkulose-Infektion in einer Bremer Kita hat sich ein Kind angesteckt. Das Gesundheitsamt testet nun rund 100 Kinder und Erwachsene auf mögliche Infektionen. Eine Gefahr für die Bevölkerung wird nicht gesehen.

Bremer Kita unter Tuberkulose-Verdacht: 100 Kinder werden getestet
KI-generiert

In einem Bremer Kindergarten wurde ein Fall von Tuberkulose festgestellt, nachdem eine dort beschäftigte Person ansteckend erkrankt ist. Die Infektion wurde während einer Auslandsreise entdeckt, wie das Gesundheitsressort Bremen mitteilte. Die betroffene Person befindet sich weiterhin im Ausland.

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Bislang ist bekannt, dass sich ein Kind aus der Einrichtung mit Tuberkulose infiziert hat. Dies wurde durch einen Test nach einem Klinikbesuch bestätigt. Ob es sich bei diesem Fall um eine offene und somit ansteckende Form der Tuberkulose handelt, wird derzeit noch untersucht. Das betroffene Kind erhält vorsorglich Antibiotika.

Gesundheitsamt testet 100 Kinder in der Kita

Das Gesundheitsamt hat am Freitag mit den Tests von rund 100 Kindern aus der Kita begonnen, um mögliche Infektionen mit dem Tuberkulose-Bakterium festzustellen. Im Anschluss daran sollen auch die Erwachsenen in der Einrichtung untersucht werden. Eine Sprecherin des Gesundheitsressorts betonte, dass keine Gefahr für die Allgemeinheit bestehe.

Tuberkulose: Eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung in Deutschland

Tuberkulose ist eine Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge, aber auch andere Organe wie Nieren, Harnröhre, Lymphknoten, Knochen oder die Hirnhaut betreffen kann. Sie gilt in der Regel als heilbar.

Weltweit erkranken jährlich etwa zehn Millionen Menschen an Tuberkulose, wobei über eine Million Menschen an dieser schweren Krankheit sterben. In Deutschland sind die Fallzahlen vergleichsweise niedrig; das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnete im Jahr 2025 insgesamt 4.070 Erkrankungen. Bei Kindern wurden 228 Fälle registriert, wobei die meisten bei Kleinkindern unter fünf Jahren auftraten.

Die Krankheit wird in der Regel durch das Bakterium Mycobacterium tuberculosis verursacht, das durch die Luft übertragen wird, insbesondere wenn erkrankte Personen husten oder sprechen.

Anzeichen einer aktiven Tuberkulose erkennen

Tuberkulose ist normalerweise nicht hoch ansteckend. Um sich zu infizieren, müssen Betroffene längere Zeit in der Nähe einer erkrankten Person verbringen und zudem eine geschwächte Immunabwehr aufweisen.

Zu den Hauptsymptomen zählen:

  • Husten, manchmal mit blutigem Auswurf
  • Gewichtsverlust (historisch auch als „Schwindsucht“ bezeichnet)
  • Appetitverlust
  • Nachtschweiß
  • Fieber
  • Atemnot und Brustschmerzen
  • Müdigkeit und allgemeines Schwächegefühl

Heilungschancen bei Tuberkulose

Die Krankheit ist medikamentös gut behandelbar, sodass laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 90 Prozent der Tuberkulose-Patienten geheilt werden können. Wird eine aktive Tuberkulose jedoch nicht behandelt, führt dies in etwa 50 Prozent der Fälle zum Tod.

Eine frühzeitige Diagnose und die sofortige Einleitung einer wirksamen Therapie sind entscheidend, um Infektionsketten zu erkennen und zu unterbrechen. Dies betont auch das RKI in seinem Bericht zur Epidemiologie der Tuberkulose in Deutschland für 2024. Bei direktem Kontakt zu Tuberkulose-Patienten sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht oder das Gesundheitsamt kontaktiert werden.

Deshalb werden nun auch mögliche Kontaktpersonen im Umfeld des betroffenen Kita-Kindes in Südbrandenburg getestet.

Infektion bedeutet nicht zwangsläufig Erkrankung

Schätzungen zufolge ist etwa ein Viertel der Weltbevölkerung mit dem Tuberkulose-Erreger infiziert. Die Mehrheit dieser Personen erkrankt jedoch nicht und bleibt von der Infektion unbemerkt. Bei dieser sogenannten latenten Tuberkulose sind Betroffene nicht ansteckend, wie die Landesärztekammer Hessen erklärt.

Lediglich fünf bis zehn Prozent der infizierten Personen entwickeln im Laufe ihres Lebens eine aktive Tuberkulose. Das Risiko ist in den ersten zwei Jahren nach der Ansteckung am höchsten. Zu den Risikogruppen zählen neben Kindern und immungeschwächten Personen auch Menschen mit:

  • HIV
  • Mangelernährung
  • Diabetes
  • hohem Tabak- und Alkoholkonsum

Mangelernährung und unzureichende medizinische Versorgung sind die Hauptursachen für die weite Verbreitung der Krankheit in vielen Entwicklungsländern.

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