Chikungunya-Ausbruch auf Mayotte: Auswärtiges Amt gibt Reisewarnungen heraus
Die französische Insel Mayotte sieht sich seit Anfang 2026 einem signifikanten Anstieg der Chikungunya-Fälle gegenüber. Laut Angaben der Regionalen Gesundheitsbehörde ARS Mayotte wurden bislang 315 Fälle auf der gesamten Insel registriert, was einer Infektionsrate von 30 Prozent entspricht.
Das Netzwerk für Geburtsmedizin auf Mayotte, bekannt als REPEMA, hat Alarm geschlagen. Im Jahr 2025 mussten 49 Personen aufgrund von Chikungunya ins Krankenhaus eingeliefert werden, darunter 19 schwangere Frauen. Auch in diesem Jahr wurde bereits eine schwangere Patientin mit der Krankheit hospitalisiert, wie Franceinfo berichtet.
Chikungunya: Eine durch Mücken übertragene Krankheit
Chikungunya ist eine Viruserkrankung, die durch Mücken übertragen wird. Zu den typischen Symptomen zählen hohes Fieber über 38 Grad Celsius, starke Gelenkschmerzen, Erschöpfung sowie Hautausschläge mit Juckreiz. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch die tagaktiven Aedes-aegypti-Mücken, insbesondere in den Morgen- und Abendstunden.
Der Ausbruch auf Mayotte ist nicht isoliert: Laut einer aktuellen Studie der Royal Society breitet sich Chikungunya auch in Europa schneller aus als bislang angenommen. Das Virus kann bereits ab Temperaturen von 15 Grad Celsius durch die Asiatische Tigermücke übertragen werden. Bis August des vergangenen Jahres meldeten europäische Behörden insgesamt 27 Chikungunya-Ausbrüche. Auch in Österreich wurden zuletzt Rekordzahlen verzeichnet.
Reisehinweise des Auswärtigen Amts für Mayotte
In Reaktion auf den Ausbruch hat das Auswärtige Amt seine Reisehinweise für Frankreich, insbesondere für Mayotte, aktualisiert. Es handelt sich hierbei um einen Reisehinweis, jedoch nicht um eine Reisewarnung. Reisenden wird geraten, sich über die Situation zu informieren und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Empfehlungen des Auswärtigen Amts
- Mückenschutz konsequent anwenden, insbesondere tagsüber und in der Dämmerung.
- Mückenschutzmittel regelmäßig auftragen und bedeckende Kleidung tragen.
- Stehende Wasserflächen in der Unterkunft beseitigen, da sie als Brutstätten dienen.
- Unter einem Moskitonetz schlafen oder Klimaanlage und Ventilator nutzen.
- Eine Impfung gegen Chikungunya ist verfügbar; individuelle Beratung bei Reisemedizinern wird empfohlen.
- Reisemedizinische Beratung vor Reiseantritt einholen und den Impfschutz überprüfen lassen.
- Eine Auslandsreise-Kranken- und Rückholversicherung abschließen.
- Eine persönliche Reiseapotheke mitnehmen.
- Schwangere, die auf Mayotte Symptome entwickeln, sollten umgehend einen Arzt aufsuchen oder den Notruf 15 anrufen.
Das Virus breitet sich weltweit aus und hat mittlerweile auch Europa erreicht. Die Hauptursachen dafür sind steigende Temperaturen, längere Sommer und mildere Winter. Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut schätzt die Gefahr für Deutschland jedoch als gering ein: „Es wäre theoretisch möglich, aber sehr unwahrscheinlich“, äußerte sie sich gegenüber einer Nachrichtenagentur.