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Einsamkeit im Alter: Gedächtnisverlust bei einsamen Menschen nicht beschleunigt

Eine Langzeitstudie zeigt, dass sich das Gedächtnis einsamer älterer Menschen nicht schneller verschlechtert als das von sozial aktiven Gleichaltrigen, sondern eher mit einem niedrigeren Ausgangsniveau der Gedächtnisleistung zusammenhängt.

Einsamkeit im Alter: Gedächtnisverlust bei einsamen Menschen nicht beschleunigt
KI-generiert

Studie zu Einsamkeit und Gedächtnis bei älteren Menschen

Einsamkeit wird häufig als ein Risikofaktor für die Entwicklung von Demenz betrachtet. Eine umfassende Langzeitstudie hat jedoch ergeben, dass das Gedächtnis von Personen, die sich einsam fühlen, nicht schneller abnimmt als das von Gleichaltrigen mit einem aktiveren sozialen Leben.

Der regelmäßige Austausch mit anderen Menschen ist unbestritten wichtig, um die geistige Fitness im Alter zu erhalten. Zahlreiche Studien belegen, dass Einsamkeit mit einem erhöhten Risiko für Demenz verbunden ist und dass soziale Kontakte einen schützenden Effekt auf die geistige Gesundheit haben.

Die neue Untersuchung bietet jedoch eine differenzierte Perspektive: Ältere Menschen, die Einsamkeit empfinden, zeigen zwar anfangs schlechtere Ergebnisse in Gedächtnistests, ihr Erinnerungsvermögen verschlechtert sich jedoch im Verlauf der Jahre nicht schneller als das von Menschen mit mehr sozialen Kontakten. Dies deutet darauf hin, dass Einsamkeit eher mit einem niedrigeren Ausgangsniveau der Gedächtnisleistung korreliert, nicht jedoch mit einem beschleunigten Gedächtnisverlust.

Langzeitstudie mit 10.000 Teilnehmern

Für die Studie wurden Daten aus einer umfangreichen europäischen Langzeituntersuchung verwendet, die über 160.000 Personen ab 50 Jahren umfasst. Die Forscher konzentrierten sich auf etwa 10.000 Teilnehmer ab 65 Jahren, die zwischen 2012 und 2019 mehrfach Gedächtnistests durchliefen und Fragen zu ihrem Einsamkeitsgefühl beantworteten.

In den Gedächtnistests sollten die Probanden eine Liste von zehn Wörtern im Gedächtnis behalten und diese nach fünf Minuten wiedergeben. Die Forscher konnten so sowohl das sofortige als auch das verzögerte Erinnern messen.

Um das Einsamkeitsgefühl der Teilnehmer zu erfassen, stellten die Wissenschaftler drei Fragen, die Aspekte wie das Fehlen von Gesellschaft, das Gefühl des Ausgeschlossenseins und das Empfinden von Isolation abdeckten. Anhand der Antworten wurde eine Punktzahl ermittelt, die die Teilnehmer in drei Gruppen einteilte: niedrige, mittlere und hohe Einsamkeit.

Die Analyse ergab, dass Personen mit starkem Einsamkeitsgefühl zu Beginn der Studie in Gedächtnistests schlechter abschnitten. Ihr Gedächtnis verschlechterte sich jedoch im Laufe der Jahre nicht schneller als das von Teilnehmern mit mehr sozialen Kontakten.

Einfluss anderer Faktoren auf das Gedächtnis

Die Forscher berücksichtigten neben Einsamkeit auch andere Faktoren, die das Gedächtnis beeinflussen könnten, wie Alter, Geschlecht, Gesundheitszustand, Depressionen, körperliche Aktivität sowie chronische Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Es stellte sich heraus, dass neben dem Alter, das einen starken Zusammenhang mit der Gedächtnisleistung aufwies, auch Diabetes eine bedeutende Rolle spielte. Teilnehmer mit Diabetes erzielten in den Gedächtnistests im Durchschnitt schlechtere Ergebnisse als jene ohne diese Erkrankung. Zudem nahm ihr Gedächtnis im Laufe der Jahre stärker ab. Dies legt nahe, dass Einsamkeit nur einen Teil eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Faktoren darstellt, die das Gedächtnis im Alter beeinflussen.

Wichtige Erkenntnisse für ältere Menschen

Obwohl die Studie nicht belegt, dass das Gedächtnis von einsamen Menschen schneller abnimmt, verdeutlicht sie, dass Einsamkeit bei älteren Personen Anlass zur Besorgnis geben sollte. Die Teilnehmer, die sich einsam fühlten, hatten von Anfang an ein schlechteres Gedächtnis.

Die Gründe dafür sind aus der Untersuchung nicht eindeutig abzuleiten. Es ist jedoch möglich, dass das Gedächtnis bereits durch ein eingeschränktes Sozialleben beeinträchtigt wurde. Menschen mit wenigen sozialen Kontakten nutzen Gedächtnis, Sprache und Aufmerksamkeit im Alltag seltener. Zwischenmenschliche Interaktionen gelten als eine Art geistiges Training. Fehlen diese über längere Zeit, kann dies die geistige Leistungsfähigkeit negativ beeinflussen. Zudem kann eine unzureichende Beleuchtung bei Naharbeit ebenfalls zu kognitiven Beeinträchtigungen führen.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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