Viele Menschen in Deutschland versterben vor dem Erreichen des 70. Lebensjahres. Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) zeigen, dass vier Hauptkrankheitsgruppen hierbei eine wesentliche Rolle spielen.
Weltweit erleiden jährlich etwa 18 Millionen Menschen einen vorzeitigen Tod aufgrund sogenannter nichtübertragbarer Krankheiten. Diese Erkrankungen sind in der Regel nicht infektiös und stehen häufig im Zusammenhang mit Lebensstil, Umweltfaktoren und genetischen Einflüssen.
Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entfallen etwa 80 Prozent dieser vorzeitigen Todesfälle auf vier Hauptgruppen: Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Atemwegserkrankungen.
Vorzeitige Todesfälle in Deutschland
In Deutschland sind diese Krankheiten ebenfalls weit verbreitet. Im Jahr 2023 starben 129.321 Personen im Alter zwischen 30 und 69 Jahren an einer der vier genannten Krankheitsgruppen. Dies entspricht mehr als einem Zehntel aller Todesfälle in diesem Land.
Die Sterberate in dieser Altersgruppe betrug 260 Todesfälle pro 100.000 Menschen. Dabei zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Bei Männern lag die Rate bei 325 Todesfällen pro 100.000, während sie bei Frauen 198 Todesfälle pro 100.000 betrug.
Einfluss des Lebensstils
Die Ursachen für diese Erkrankungen sind vielfältig, wobei neben genetischen Faktoren insbesondere Lebensstil und Umweltbedingungen entscheidend sind. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählen Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Luftverschmutzung. Ein Beispiel für die Auswirkungen eines ungesunden Lebensstils ist die Kurzsichtigkeit, die durch Naharbeit bei wenig Licht verstärkt werden kann.
Regionale und soziale Unterschiede
Die Daten zeigen auch, dass es innerhalb Deutschlands erhebliche Unterschiede gibt. Die Sterberate ist in Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Bremen besonders hoch. Im Gegensatz dazu sind die Werte in Baden-Württemberg, Bayern und Hamburg am niedrigsten.
Zusätzlich spielt die soziale Lage eine bedeutende Rolle: In Regionen mit hoher sozialer Benachteiligung lag die Sterberate bei 313 Todesfällen pro 100.000 Menschen, was rund 42 Prozent über dem Wert in sozial weniger belasteten Regionen liegt. Auch die Krankenkassen sind betroffen, da mehr Rentner und Teilzeitbeschäftigte die Beiträge steigen lassen.
Positive Entwicklungen
Trotz dieser Herausforderungen gibt es auch positive Trends. Seit 1998 ist die Sterberate in Deutschland deutlich gesunken, von 421 auf 260 Todesfälle pro 100.000 Menschen, was einem Rückgang von 38 Prozent entspricht.
Die WHO hat sich zum Ziel gesetzt, die vorzeitige Sterblichkeit durch diese vier Krankheitsgruppen bis 2030 im Vergleich zu 2015 um ein Drittel zu reduzieren. Experten betonen, dass hierfür insbesondere eine verbesserte Prävention, gesündere Lebensbedingungen und ein guter Zugang zur medizinischen Versorgung entscheidend sind. Auch die Rente mit 63 kann in diesem Kontext eine Rolle spielen.
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Bildquelle: ai-generated-gemini