Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass bestimmte Symptome in der Lebensmitte auf ein erhöhtes Risiko für Demenz hinweisen können. Insbesondere Personen, die in ihren 50ern unter depressiven Beschwerden leiden, haben ein höheres Risiko, später an Demenz zu erkranken. Eine neue Studie hat sechs spezifische Symptome identifiziert, die als Warnzeichen gelten.
Die Untersuchung basiert auf der Whitehall-II-Studie, die britische Beamtinnen und Beamte einbezog. Für die Analyse wurden Daten von 5.811 Teilnehmern verwendet, die zwischen 1997 und 1999 einen umfassenden Fragebogen zur psychischen Gesundheit ausfüllten. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer betrug 55,7 Jahre. Die Forscher verfolgten die gesundheitliche Entwicklung der Teilnehmer über einen Zeitraum von mehr als 22 Jahren.
Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „The Lancet Psychiatry“ veröffentlicht. Die Analyse ergab, dass bis März 2023 insgesamt 586 Personen, was 10,1 Prozent der Teilnehmer entspricht, an Demenz erkrankten. Es wurde festgestellt, dass Menschen mit depressiven Symptomen in der Lebensmitte ein um 27 Prozent höheres Risiko für Demenz aufwiesen als solche ohne depressive Störungen.
Sechs bedeutende Symptome identifiziert
Die Studie identifizierte sechs spezifische Symptome, die besonders stark mit einem erhöhten Demenzrisiko assoziiert sind. Diese Symptome sind:
- Verlust des Selbstvertrauens: 51 Prozent höheres Risiko
- Unfähigkeit, sich Problemen zu stellen: 49 Prozent höheres Risiko
- Kein Gefühl von Wärme und Zuneigung für andere: 44 Prozent höheres Risiko
- Ständige Nervosität und Anspannung: 34 Prozent höheres Risiko
- Unzufriedenheit mit der Art, wie Aufgaben erledigt werden: 33 Prozent höheres Risiko
- Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren: 29 Prozent höheres Risiko
Im Gegensatz dazu zeigten andere häufige Symptome von Depressionen, wie Schlafstörungen oder gedrückte Stimmung, keinen signifikanten langfristigen Zusammenhang mit Demenz. Zudem ist es wichtig zu beachten, dass Naharbeit bei wenig Licht ebenfalls negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben kann.
Einfluss anderer Risikofaktoren
Die Forscher berücksichtigten auch andere bekannte Risikofaktoren für Demenz, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und genetische Faktoren wie das APOEε4-Gen. Trotz dieser Anpassungen blieben die sechs identifizierten Symptome signifikant mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte depressive Symptome in der Lebensmitte frühe Anzeichen für Veränderungen im Gehirn darstellen könnten. Solche Veränderungen, wie Ablagerungen des Eiweißstoffs Amyloid, können bei Alzheimer oft Jahrzehnte vor der eigentlichen Diagnose auftreten.
Empfehlungen zur Risikominderung
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat Depressionen als eigenständigen Risikofaktor für Demenz anerkannt. Sie empfiehlt, bei häufigen oder über längere Zeit anhaltenden depressiven Verstimmungen einen Arzt aufzusuchen, da Depressionen behandelbar sind. Zudem wird geraten, soziale Isolation zu vermeiden, da diese ebenfalls das Risiko für Demenz erhöhen kann. Ein aktives soziales Leben, sei es durch Vereinsaktivitäten oder kulturelle Angebote, kann helfen, das individuelle Demenzrisiko zu senken.
Ein gesunder Lebensstil kann das Demenzrisiko um etwa 40 Prozent reduzieren. Die Forschung zu den Zusammenhängen zwischen Depressionen und Demenz wird fortgesetzt, um die biologischen und verhaltensbezogenen Mechanismen besser zu verstehen.
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Bildquelle: ai-generated-gemini