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Thymusdrüse: Einfluss auf Lebensdauer und Krebstherapie

Die Thymusdrüse, lange als unwichtig angesehen, spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit und Langlebigkeit, indem sie die Reifung von Immunzellen unterstützt und möglicherweise den Erfolg von Krebstherapien beeinflusst. Zwei Studien zeigen, dass die Thymusgesundheit mehr Beachtung finde…

Thymusdrüse: Einfluss auf Lebensdauer und Krebstherapie
KI-generiert

Thymusdrüse: Einfluss auf Lebensdauer und Krebstherapie

Eine oft übersehene Drüse könnte entscheidend dafür sein, wie alt Menschen werden und wie erfolgreich Krebstherapien verlaufen. Dies zeigen Ergebnisse aus zwei aktuellen Studien.

Wissenschaftler hatten bisher angenommen, dass die Thymusdrüse, die auch als Thymus bekannt ist, im Erwachsenenalter kaum noch eine Rolle spielt. Neueste Erkenntnisse des Gesundheitsverbunds Mass General Brigham in den USA stellen diese Annahme jedoch in Frage. Das kleine Organ, das sich hinter dem Brustbein befindet und für die Reifung von Immunzellen verantwortlich ist, könnte auch im Erwachsenenalter eine wichtige Funktion für die Gesundheit und die Lebenserwartung haben.

Hugo Aerts, der korrespondierende Autor der Studien, betont, dass der Thymus lange Zeit vernachlässigt wurde und möglicherweise das fehlende Puzzlestück ist, um zu verstehen, warum Menschen unterschiedlich altern und warum einige Patienten nicht auf Krebstherapien ansprechen. Die Ergebnisse legen nahe, dass die Gesundheit des Thymus mehr Beachtung finden sollte und neue Ansätze zur Stärkung des Immunsystems im Alter eröffnet werden könnten.

Der Thymus: Eine unterschätzte Drüse

Die Thymusdrüse hat die Aufgabe, T-Lymphozyten, auch T-Zellen genannt, auszubilden, die eine zentrale Rolle im Immunsystem spielen. Bisher wurde angenommen, dass ihre Bedeutung vor allem in der Kindheit und Jugend liegt. Mit zunehmendem Alter schrumpft das Organ und produziert weniger neue T-Zellen, was dazu führte, dass die Funktion des Thymus bei Erwachsenen kaum untersucht wurde.

Im Laufe der Kindheit wächst die Thymusdrüse und erreicht in der Jugend ein Gewicht von etwa 30 Gramm. Danach beginnt sie sich zurückzubilden und wandelt sich teilweise in Fettgewebe um, sodass sie ab etwa 50 Jahren nur noch etwa 18 Gramm wiegt.

Gesunde Thymusdrüse und Sterberisiko

In den beiden Studien, die im Fachjournal „Nature“ veröffentlicht wurden, nutzte das Forschungsteam künstliche Intelligenz, um Routine-CT-Aufnahmen von über 25.000 Erwachsenen zu analysieren. Ein spezieller Algorithmus bewertete die „Thymusgesundheit“, also die Größe und Struktur des Organs. Die Ergebnisse zeigten, dass eine gesunde Thymusdrüse mit einem etwa 50 Prozent niedrigeren Sterberisiko, einem 63 Prozent geringeren Risiko für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einem 36 Prozent reduzierten Risiko für Lungenkrebs assoziiert war.

Die Forscher vermuten, dass eine Abnahme der Thymusgesundheit und der Vielfalt der T-Zellen die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigt, auf neue Bedrohungen wie Krebs oder andere Krankheiten zu reagieren. Lebensstilfaktoren scheinen ebenfalls eine Rolle zu spielen. Eine schlechtere Thymusgesundheit wurde häufig mit chronischen Entzündungen, Übergewicht und Tabakkonsum in Verbindung gebracht, was darauf hindeutet, dass Lebensstil und allgemeine Gesundheitsfaktoren die Immunresilienz im Laufe des Lebens beeinflussen können. Zudem ist es wichtig zu beachten, dass Naharbeit bei wenig Licht ebenfalls gesundheitliche Auswirkungen haben kann.

Bedeutung für die Krebstherapie

In einer weiteren Studie mit über 1.200 Teilnehmern wurde festgestellt, dass Patienten mit einer gesunden Thymusdrüse besser auf Immuntherapien reagierten. Ihr Risiko für ein Fortschreiten der Krebserkrankung war um 37 Prozent niedriger, und das Sterberisiko reduzierte sich um 44 Prozent. Da diese Behandlungsformen auf ein starkes Immunsystem angewiesen sind, könnte die Thymusdrüse ein entscheidender Faktor für den Behandlungserfolg sein.

Zukünftige Perspektiven

Obwohl die Methode derzeit noch nicht für den klinischen Alltag geeignet ist, eröffnet sie neue Möglichkeiten. Das Forschungsteam plant weitere Untersuchungen, um herauszufinden, ob andere behandlungsbedingte Faktoren die Thymusgesundheit beeinträchtigen, wie beispielsweise eine unbeabsichtigte Bestrahlung des Thymus bei Lungenkrebs. Aerts erklärt, dass ein besseres Verständnis und Monitoring der Thymusgesundheit Ärzten helfen könnte, Krankheitsrisiken besser einzuschätzen und gezieltere Behandlungsentscheidungen zu treffen.

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Bildquelle: ai-generated-gemini

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