Darmkrebsmonat März: Früherkennung durch Koloskopie
Die Prävention von Darmkrebs ist ein wichtiges Thema, da diese Krebsart eine hohe Sterblichkeitsrate aufweist. Eine aktuelle Untersuchung belegt die Effektivität von Vorsorgeuntersuchungen. Ein Chefarzt erläutert die Vorgehensweise und gibt Einblicke in den Ablauf der Untersuchung.
Stefan Ziemer, ein Facharzt, beschreibt den Prozess der Darmspiegelung, während er auf einen Bildschirm im Behandlungszimmer blickt. Er hat den Übergang vom Dick- zum Dünndarm erreicht und zieht das 1,40 Meter lange Endoskop zurück, um die Untersuchung zu beginnen. Die Kamera zeigt verschiedene Strukturen im Darm. Nach weniger als 30 Minuten ist die Untersuchung von German Horn abgeschlossen, und es gibt keine Hinweise auf Darmkrebs oder dessen Vorstufen.
Horn, der selbst Chefarzt der Gastroenterologie am Helios Hanseklinikum Stralsund ist, hat die Untersuchung als angenehm empfunden und scherzt, dass sie viel zu kurz war. Er hat sich entschieden, sich selbst einer Koloskopie zu unterziehen, nachdem er 50 Jahre alt geworden ist. Seit April des Vorjahres haben sowohl Männer als auch Frauen ab 50 Jahren Anspruch auf eine Darmkrebsvorsorgeuntersuchung, die von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen wird.
Darmkrebs: Zweithäufigste Todesursache
Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) weist darauf hin, dass Darmkrebs in Deutschland und weltweit die zweithäufigste Krebsart mit den meisten Todesfällen ist. Jährlich sterben in Deutschland etwa 23.000 Menschen an dieser Krankheit, was im Vergleich zu Verkehrsunfällen eine signifikante Zahl darstellt.
In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit rund 7.550 Menschen mit der Diagnose Darmkrebs, und jährlich kommen etwa 1.200 Neuerkrankungen hinzu. Trotz der Möglichkeit, diese Erkrankung im frühen Stadium zu erkennen und zu behandeln, wird die Vorsorge oft vernachlässigt.
Erfahrungen eines ehemaligen Patienten
Wolf-Rüdiger, ein 71-jähriger Stralsunder, erhielt 2021 die Diagnose Darmkrebs, kurz nach seinem Ruhestand. Er hatte zunächst Schmerzen und dachte, es handele sich um Hämorrhoiden. Nach der Diagnose stellte sich die Frage nach seinen Überlebenschancen. Er wurde operiert und erhielt Chemotherapie, die zu bleibenden Empfindungsstörungen in seinen Händen und Füßen führte. Heute empfiehlt er, die Vorsorgeuntersuchungen nicht aufzuschieben.
Früherkennung durch Polypenuntersuchung
Horn erklärt, dass die Darmkrebsvorsorge darauf abzielt, Tumore in einem frühen Stadium zu identifizieren. Bei der Untersuchung werden Polypen gesucht, die als Vorstufen von Darmkrebs gelten. Brenner hebt hervor, dass in den letzten 20 bis 30 Jahren erhebliche Fortschritte erzielt wurden, und die Sterberate an Darmkrebs um über 40 Prozent gesenkt werden konnte, was zum großen Teil auf die Vorsorge zurückzuführen ist. Weitere Informationen zu den Risiken von Naharbeit bei wenig Licht finden Sie in unserem Artikel über Kurzsichtigkeit.
Studie zur Wirksamkeit der Vorsorge
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen mehr als 80 Prozent der Sterbefälle durch Darmkrebs verhindern können. Diese Simulationsstudie, an der auch Brenner beteiligt war, analysierte das Risiko von 100.000 Männern und Frauen im Alter von 50 Jahren bis zum 85. Lebensjahr. Die Berechnungen basierten auf realen Daten zur Häufigkeit positiver Befunde und der Wirksamkeit von Eingriffen.
Die Studie untersuchte nicht nur die Effektivität von Koloskopien, sondern auch von Stuhlbluttests, die alle zwei Jahre als Kassenleistung angeboten werden. Eine Kombination aus beiden Methoden könnte die Sterbefälle durch Darmkrebs um bis zu 89 Prozent reduzieren.
Gesundheitsministerin betont die Bedeutung der Vorsorge
Die Gesundheitsministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Drese, betont, dass eine Vorsorgeuntersuchung zwar unangenehm sein kann, jedoch weniger schmerzhaft ist als eine Krebsbehandlung. Horn, der vor seiner Untersuchung noch arbeiten konnte, musste sich am Vorabend auf die Koloskopie vorbereiten, indem er bestimmte Nahrungsmittel und Getränke einschränkte. Nach der Untersuchung äußerte er den Wunsch nach einem Espresso und einer Tafel Schokolade.
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Bildquelle: ai-generated-gemini