So strahlend das Leben von Marijke Amado vor der Kamera erschien, so düster gestaltete sich die Realität hinter den Kulissen. Über viele Jahre hinweg war sie der Lichtblick im deutschen Fernsehen. Ihre Karriere nahm ihren Anfang Ende der 1970er Jahre, als sie für die Show „Am laufenden Band“ von Rudi Carrell entdeckt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war die Moderatorin Mitte 20 und in der Unterhaltungsbranche noch weitgehend unbekannt.
In dieser Phase war Marijke Amado in einer festen Beziehung mit ihrer „großen Liebe“. Die beiden hatten Zukunftspläne und wollten heiraten. Doch nur kurz nach dem Heiratsantrag erlitt ihr Verlobter einen schweren Unfall. „Meine große Liebe hatte einen schrecklichen Unfall. An dem Tag, eigentlich in dem Moment, als er mich fragte, ob ich seine Frau werden wolle“, beschreibt sie in ihrem Buch „Frauen in den Medien: Immer schön gelassen bleiben“, das sie bereits 2019 veröffentlichte.
Der schicksalhafte Unfall
In den 1980er Jahren gelang Marijke Amado schließlich der Durchbruch. Das Paar befand sich zu diesem Zeitpunkt gemeinsam auf dem Ütliberg bei Zürich. „Es gab da draußen ein Fußballfeld. Er meinte, er mache mal eine Kopfrolle über das Fußballtor. […] Da rannte er zu diesem Tor und schob seine Beine hoch. Was dann passierte, vergesse ich in meinem Leben nicht mehr.“
Das Fußballtor war nicht ordnungsgemäß verankert. „Er zog es mit voller Wucht auf sein Gesicht. Die Haken am Tor bohrten sich quer in seinen Kopf und es war nichts mehr übrig von diesem Mann, den ich liebte“, erinnert sich Marijke Amado. „Um 16.33 Uhr saß da ein gutaussehender, sportlicher, Alain Delon ähnelnder Mann und fragte mich, ob ich seine Frau werden wolle – und um 16.40 Uhr wurde dieser Alain Delon zum Frankenstein.“
Die Folgen des Unfalls
Wochenlang wurde er im Universitäts-Spital Zürich behandelt. „Transplantationen von Bauchfett mit Gehirnhaut und noch vieles mehr.“ Als sie diese Zeilen niederschrieb, spürte sie erneut „die Angst und die Trauer des Moments, in dem alles zerstört wurde“.
Dem „Bunte“-Magazin äußerte sie damals: „Das war eine der schwersten Zeiten in meinem Leben. Wenn dich einer kurz vorher fragt, ob du seine Frau werden willst und dann passiert so etwas?“ Ihr Leben habe sich „von der einen auf die andere Sekunde“ geändert.
Bildquelle: Raimond Spekking via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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