Jochen Bachfeld, der erste Box-Olympiasieger aus Mecklenburg-Vorpommern, ist am vergangenen Samstag im Alter von 73 Jahren nach einer kurzen, schweren Krankheit verstorben. Dies gab der Boxclub Traktor Schwerin bekannt.
Sein herausragender Sieg bei den Olympischen Sommerspielen 1976 in Montreal bleibt als glanzvoller Höhepunkt seiner Karriere in Erinnerung. Der damals 24-jährige Boxer gewann überraschend die Goldmedaille im Weltergewicht (63,5 bis 67 kg) gegen den Venezolaner Pedro Gamarro.
Ein unvergesslicher Olympiasieg
Auf dem Weg zu seinem Olympiasieg bezwang Bachfeld mehrere hochkarätige Gegner und setzte sich im Finale knapp nach Punkten durch. Mit diesem Triumph holte er für die DDR eine der prestigeträchtigsten Medaillen im olympischen Boxen. Bachfeld schrieb damit Geschichte und war der erste Olympiasieger im Boxen aus Mecklenburg-Vorpommern. Seine Karriere beendete er 1980 aufgrund von Verletzungen mit einer beeindruckenden Bilanz von 122 Kämpfen und 107 Siegen.
Engagement nach der aktiven Karriere
Nach seinem Rücktritt blieb Bachfeld dem Sport treu und engagierte sich regelmäßig bei Veranstaltungen und Treffen ehemaliger Athleten. Mit seinem Tod verliert der Schweriner Boxsport eine der bekanntesten Persönlichkeiten und eine prägende Figur der DDR-Amateurboxszene. Auch die Trauer um Fitness-Star: Stephanie Buttermore stirbt mit nur 36 Jahren zeigt, wie sehr der Verlust von Sportlegenden die Gemeinschaft berührt.
Abseits des Boxrings absolvierte er ein Fernstudium zum Ökonom für den Binnenhandel und eine Ausbildung zum Handelskaufmann. Zudem studierte er an der HSG DHfK Leipzig Sportwissenschaften und arbeitete anschließend als Sportlehrer und Erziehungstherapeut.
Frühe Anfänge und Erfolge
Jochen Bachfeld wurde am 17. Dezember 1952 in Sülte bei Schwerin geboren. Seine sportliche Laufbahn begann er im Judo bei der SG Dynamo Schwerin, bevor er 1962 zum Boxsport wechselte. Vier Jahre später trat er dem SC Traktor Schwerin bei, wo er von Bruno Guse und später von Paul Nickel trainiert wurde.
Bereits in jungen Jahren zeigte Bachfeld großes Talent und wurde als hervorragender Techniker und Stilist angesehen. Bei der Junioren-Europameisterschaft 1970 in Miskolc (Ungarn) gewann er die Silbermedaille und besiegte dabei unter anderem den späteren Olympiasieger Georgi Kostadinow.
Olympische Spiele 1972 und der Weg zur Goldmedaille
Bei den Olympischen Spielen 1972 in München erreichte Bachfeld den neunten Platz im Federgewicht, nachdem er zunächst Peter Krause und William Taylor besiegt hatte, jedoch im Achtelfinale gegen Gabriel Pometcu ausschied.
Sein Karrierehöhepunkt folgte dann vier Jahre später mit dem Gewinn der Olympiagoldmedaille in Montreal. Jochen Bachfeld wird als einer der größten deutschen Boxer in die Geschichte eingehen.
„Mit ihm verlieren wir eine Legende des Boxsports“, sagte ein Vertreter des Boxclubs Traktor Schwerin.
Wie denken Sie über den Verlust von Jochen Bachfeld? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit: [email protected]
Weitere Themen
- Trauer in der Dartszene: Weltmeister Peter Seidl mit 62 Jahren gestorben
- Trauer um Fitness-Star: Stephanie Buttermore stirbt mit nur 36 Jahren
„`
Bildquelle: depositphotos