Aktuell gibt es erneut Spannungen zwischen Europa und den Vereinigten Staaten, insbesondere in Form von Zollstreitigkeiten.
Eine repräsentative Untersuchung hat ergeben, dass die Wahrnehmung der USA unter den Bürgern der Europäischen Union erheblich leidet. Weniger als ein Drittel der EU-Bevölkerung betrachtet die Vereinigten Staaten noch als den wichtigsten Partner. Im Gegensatz dazu gewinnen andere Länder an Bedeutung.
Die Studie, die von der Bertelsmann Stiftung durchgeführt wurde, zeigt, dass immer mehr EU-Bürger der Meinung sind, die Europäische Union sollte eigenständiger agieren. 73 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass die EU ihren eigenen Weg stärker verfolgen sollte, was einen Anstieg von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend bei älteren Bürgern ab 56 Jahren, wo die Zustimmung von 60 Prozent auf 75 Prozent gestiegen ist.
Wachsende Skepsis gegenüber den USA
Das Vertrauen in die Vereinigten Staaten nimmt ebenfalls ab. 58 Prozent der EU-Bürger halten die USA nicht mehr für einen vertrauenswürdigen Partner, ein Anstieg von 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nur noch 31 Prozent der Befragten sehen die USA als den wichtigsten Verbündeten Europas, während dieser Wert im Jahr 2024 noch bei 51 Prozent lag.
Veränderungen in der Wahrnehmung anderer Länder
Im Gegensatz zu den USA haben Großbritannien und Kanada an Ansehen gewonnen. Der Anteil der EU-Bürger, die Großbritannien als wertvollsten Partner betrachten, stieg von 13 Prozent auf 24 Prozent, während Kanada von 7 Prozent auf 13 Prozent zulegte. China hingegen wird nur von 9 Prozent der Europäer als bedeutendster Verbündeter angesehen, und 61 Prozent bewerten den globalen Einfluss Chinas negativ.
Diese Entwicklungen werfen ein Licht auf die sich verändernden geopolitischen Beziehungen und die wachsende Forderung nach mehr Eigenständigkeit innerhalb der EU.
Quellen: n-tv