Die letzten Instruktionen vor dem Start von Juri Gagarin erteilte persönlich der Konstrukteur des „Wostok“-Raumschiffs, Sergei Koroljow: „Den Schlüssel auf zwölf Uhr. Zündung. Ich wünsche Ihnen einen guten Flug!“
Mit einem enthusiastischen „Auf geht’s!“ startete Gagarin in das Ungewisse. Der Flug fand unter strengster Geheimhaltung statt, da die Sowjetunion im Wettlauf mit den USA um die Vorherrschaft im All nicht scheitern durfte.
Hohes Risiko bei der Weltraum-Mission
Der sowjetische Raketen-Konstrukteur Boris Tschertok äußerte sich viele Jahre später zu den damaligen Umständen: „Wir haben damals einen Menschen in eine neue, bis dahin unbekannte und unzugängliche Dimension geschickt. Deswegen lag eine gewaltige Verantwortung auf uns. Das Risiko war sehr hoch. Wenn ich heute den Flug mit der ‚Wostok‘ unter solchen Bedingungen genehmigen müsste, würde ich das nicht unterschreiben.“
Blick aus dem All: „Ich kann Täler, Wälder und Flüsse sehen“
In einer Zeitspanne von 108 Minuten umrundete Gagarin die Erde. Kurz nach dem Erreichen der Erdumlaufbahn stellte er den Funkkontakt zur Bodenstation her und schilderte seine Eindrücke: „Ich kann Täler, Wälder, Flüsse und Wolken sehen.“
Ungeplante Landung und Begegnung mit Zeugen
Die Rückkehr zur Erde verlief jedoch nicht wie geplant. Aufgrund fehlerhafter Berechnungen landete Gagarin im Wolga-Gebiet bei Saratow. Legenden zufolge waren eine erschrockene Waldarbeiterin und deren Enkelin Augenzeugen dieses historischen Moments. Gagarin, der sich mit einem Schleudersitz aus seiner Kapsel befreit hatte, soll ihnen zugerufen haben: „Ich bin Sowjet-Bürger, ich bin einer von euch.“
Wettlauf im All: Sowjets erneut vorne
Nach seiner Landung erhielt Gagarin Glückwünsche vom damaligen Kreml-Chef Nikita Chruschtschow. Die erfolgreiche Rückkehr wurde von der Sowjetunion propagandistisch ausgeschlachtet. Nach dem ersten Satelliten hatte man nun auch mit dem ersten Menschen im All die Nase vorn – vor den USA. Zehntausende jubelnde Landsleute empfingen den Weltraumhelden auf dem Roten Platz. Chruschtschow betonte, dass das sowjetische Volk sich jahrhundertelang an diese Heldentat erinnern werde.
Gagarins kurzes Leben und internationaler Gedenktag
Den Ruhm konnte Gagarin jedoch nur wenige Jahre genießen. Am 17. März 1968 kam er bei einem Routineflug mit dem Militärflugzeug „MIG“ ums Leben.
Im Jahr 2011 erklärten die Vereinten Nationen den 12. April zum internationalen Gedenktag. Dieser Tag gilt als Beginn des Weltraumzeitalters. In Deutschland finden an diesem Tag zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen Einrichtungen mit Raumfahrtbezug ihre Themen präsentieren. In der Sowjetunion wurde der Tag bereits zuvor als Tag der Kosmonauten gefeiert, und Russland hält an dieser Tradition bis heute fest.
Zusätzlich wird der erste bemannte Weltraumflug von Juri Gagarin in einem 25-minütigen Video dokumentiert, das die wissenschaftlichen Erkenntnisse und die internationale Zusammenarbeit thematisiert.
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