Partnerlandkreis würdigt langjähriges Engagement für die deutsch-polnische Freundschaft
Der Bamberger Landrat Johann Kalb ist vom polnischen Partnerlandkreis Karkonoski mit einer besonderen Auszeichnung geehrt worden: Am 12. Dezember erhielt er den Titel „Verdienter Bürger des Landkreises Karkonoski“. Damit würdigt die polnische Seite sein langjähriges Engagement für die Partnerschaft zwischen den beiden Regionen.
„Diese Auszeichnung begreife ich nicht nur als Ehrung einer einzelnen Person, sondern vielmehr als Symbol für die Kraft unserer Zusammenarbeit“, sagte Kalb. Die Würdigung sei für ihn Ansporn, die guten Beziehungen auch künftig zu pflegen. Er möchte diese weiter vertiefen und ausbauen.
Partnerschaft mit Geschichte
Die Verbindung zwischen dem Landkreis Bamberg und dem heutigen Powiat Karkonoski in der Woiwodschaft Niederschlesien besteht seit 2007. Damals firmierte der Partnerlandkreis noch unter dem Namen Jelenia Góra, bevor er 2021 offiziell in Karkonoski umbenannt wurde.
Die Region liegt im polnischen Riesengebirge, einem traditionellen Tourismusgebiet mit starken Bezügen zu Natur, Wintersport und Kultur. Seit der Unterzeichnung der Partnerschaft wurden vor allem die Bereiche Kultur, Tourismus, Sport und Gesundheitswesen zu gemeinsamen Schwerpunkten.
Begegnungen auf Augenhöhe
Seit seiner Wahl zum Landrat 2014 hat Kalb die Partnerschaft sichtbar intensiviert. Regelmäßige Treffen der Kreisräte, abwechselnd in Polen und in Oberfranken, sorgen dafür, dass nicht nur Verwaltungen, sondern auch Mandatsträgerinnen und Mandatsträger beider Seiten im direkten Austausch bleiben.
Besonderes Gewicht legt der Bamberger Landrat auf die Arbeit mit jungen Menschen. Schüleraustausche und Jugendbegegnungen im Rahmen des Deutsch-Polnischen Jugendwerks sowie Besuche im Kinderheim in Szklarska Poręba bieten Jugendlichen beider Länder die Möglichkeit, Europa nicht nur aus dem Schulbuch zu kennen. Sie können es vielmehr ganz konkret erleben.
Kultur, Sport und eine „Internationale Woche“
Die Zusammenarbeit ist längst nicht nur politisch oder administrativ. Folklore- und Musikgruppen aus Karkonoski treten immer wieder bei Veranstaltungen im Landkreis Bamberg auf. Ebenso sind polnische Sportdelegationen regelmäßig beim „Weltkulturerbelauf“ am Start. Solche Begegnungen schaffen Nähe im Alltag – weit über offizielle Ansprachen hinaus.
Ein sichtbares Symbol dieser Öffnung war die Einführung der „Internationalen Woche“ im Landkreis Bamberg. Diese wurde 2017 zum zehnjährigen Jubiläum der Partnerschaft ins Leben gerufen. Seitdem nutzen Vereine, Initiativen und Partnerkommunen diese Plattform, um europäische Themen, Kultur und Begegnung in die Fläche zu bringen.
Konkrete Hilfe statt Symbolik
Zur Partnerschaft gehört auch handfeste Unterstützung: Der Landkreis Bamberg und seine Einrichtungen haben in den vergangenen Jahren wiederholt medizinische Geräte und Pflegeausstattung – etwa Elektro-Pflegebetten – in den Partnerlandkreis geliefert. Damit werden Krankenhäuser, Pflegeheime und soziale Einrichtungen vor Ort direkt unterstützt.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine wurden zudem Hilfsgütertransporte mit auf den Weg gebracht. Diese kommen sowohl in Polen als auch in der Ukraine an. Für Kalb ist das ein praktisches Beispiel dafür, wie Freundschaft über Grenzen hinweg in schwierigen Zeiten trägt.
„Die Auszeichnung erfüllt mich mit großer Freude und bewegt mich zutiefst“, sagte der Landrat. Sie sei ein Zeichen einer Partnerschaft, „die auf Vertrauen, Respekt und gegenseitiger Wertschätzung beruht – eine Freundschaft, die ich mit meiner Wahl zum Landrat sehr gerne weiter ausgebaut habe.“
Mit dem Titel „Verdienter Bürger des Landkreises Karkonoski“ würdigt der polnische Partner nicht nur eine Person, sondern eine Entwicklung. Die Beziehung zwischen Bamberg und Karkonoski hat ein stabiles Fundament bekommen. Sie zeigt, wie lebendig kommunale Außenpolitik sein kann, wenn sie bei den Menschen ansetzt und konkrete Ergebnisse schafft.
Bamberg schreibt mit – erzählen Sie uns Ihre Geschichte!
Ob Begegnung, Beobachtung oder besonderer Moment: Ihre Erlebnisse aus dem Alltag sind es, die unsere Region lebendig machen.
Schreiben Sie uns an [email protected]