Aktuell sind viele Internetnutzer erneut Ziel einer E-Mail-Kampagne, in der Absender behaupten, über belastendes Videomaterial zu verfügen. Diese Nachrichten erzeugen bei den Empfängern oft große Besorgnis, da die Erpresser vorgeben, mithilfe eines Trojaners unbemerkt auf die Webcam des Computers zugegriffen zu haben. Die entscheidende Frage bleibt: Wie sollte man in solchen Fällen vorgehen?
Einblick in die Hintergründe der Erpressung
Die Wahrscheinlichkeit, dass diese E-Mails vor allem Konsumenten von pornografischen Inhalten erreichen, ist hoch. Eine Untersuchung der Marketing-Agentur Into The Minds, die das SEO-Tool Ahrefs verwendet, zeigt, dass zwischen Juni 2022 und Juni 2023 die Suchanfragen nach Nachrichten insgesamt 363 Millionen und nach Inhalten für Erwachsene 351 Millionen betrugen.
Mechanismen der Erpresser
Die in den E-Mails verwendete Sprache ist oft vage, z. B. schreiben die Täter: „Ich habe gesehen, was Sie getan haben und wie viel Vergnügen Sie dabei hatten.“ Diese Formulierungen sollen die Opfer in Angst versetzen. Um die vermeintliche Veröffentlichung der Videos zu verhindern, fordern die Kriminellen die Überweisung einer bestimmten Summe in Kryptowährung.
Qualität der E-Mails variiert
Während einige E-Mails durch zahlreiche Fehler schnell als Betrugsversuch zu erkennen sind, gibt es auch solche, die professionell verfasst sind und tatsächlich persönliche Informationen enthalten. Laut Angaben der Verbraucherzentrale können diese Informationen aus gehackten Datenbanken stammen und sind oft nicht direkt mit den Drohungen in den E-Mails verknüpft.
Herkunft der gesammelten Daten
Die Erpresser müssen keine Schadsoftware auf den Geräten ihrer Opfer installieren, um an diese Daten zu gelangen. Vielmehr stammen viele Informationen aus Datenlecks von Online-Diensten oder durch den Kauf von Datensätzen. Zudem können schädliche Apps, die unbemerkt auf Smartphones installiert wurden, persönliche Daten abgreifen.
Empfohlene Verhaltensweisen bei Erpressungsversuchen
Es wird dringend empfohlen, nicht auf die E-Mails zu reagieren, keine Links zu öffnen oder Anhänge herunterzuladen. Die Absender versuchen durch geschickte Formulierungen, den Eindruck zu erwecken, dass sie Kontrolle über das Gerät des Empfängers haben.
Was tun bei Erpressung?
Die Verbraucherzentrale rät, solche E-Mails umgehend der Polizei zu melden, um sicherzustellen, dass das Problem in der Kriminalstatistik erfasst wird. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering ist, die Täter zu fassen, könnte eine Meldung helfen, ähnliche Vorfälle in der Zukunft zu verhindern. Die E-Mail sollte nicht gelöscht, sondern in den Spam-Ordner verschoben werden, um sie für eventuelle Ermittlungen verfügbar zu halten.
Informationen an die Verbraucherzentrale
Zusätzlich wird empfohlen, die Erpressungsnachricht an die Verbraucherzentrale weiterzuleiten, um das Bewusstsein für neue Betrugsmaschen zu schärfen und andere Nutzer zu warnen.
Quellen: n-tv