Sabotageakt auf Umspannwerk in Brandenburg: Schäden durch Raketen-Imitate
Unbekannte haben in der Nähe des Kohlekraftwerks Jänschwalde in Südbrandenburg einen Sabotageakt gegen ein Umspannwerk verübt. In zwei dokumentierten Fällen führten selbstgebaute Raketen-Imitate zu Kurzschlüssen in der Höchstspannungsleitung. Trotz dieser Vorfälle blieb die Stromversorgung stabil, was teilweise den aktuellen Wetterbedingungen zu verdanken ist.
Die Bestätigung von Brandenburgs Innenminister Jan Redmann, dass in zwei Fällen leitfähiges Material in die Hochspannungsleitung gelangte, unterstreicht die Gefährlichkeit des Angriffs. Weitere Versuche der Täter blieben jedoch erfolglos. Es gab keine Verletzten, und Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete die Taten als „Anschlagsversuch“ und verurteilte sie scharf.
Die Behörden durchsuchen weiterhin das betroffene Gebiet im Landkreis Spree-Neiße. Redmann berichtete, dass eine zweistellige Anzahl an weiteren Sprengvorrichtungen entdeckt wurde. Die Ernsthaftigkeit des Vorfalls sei nicht zu unterschätzen, da die Methode der Täter potenziell signifikante Schäden hätte verursachen können. Das Motiv für die Angriffe bleibt bislang unbekannt.
Aktueller Stand der Ermittlungen und mögliche Motive
Die Ermittlungen erstrecken sich in alle Richtungen, so Redmann. Es gibt Indizien, die darauf hindeuten, dass in der Vergangenheit vor allem linksextreme Gruppen in der Region Anschläge auf die Energieinfrastruktur verübt haben. Gleichzeitig schließt der Minister nicht aus, dass auch ausländische Akteure oder andere unbekannte Täter hinter den Angriffen stecken könnten. Die Vorgehensweise lässt auf ein koordiniertes Handeln schließen, mit dem Ziel, durch das eingeführte Material einen Kurzschluss zu provozieren.
Am frühen Morgen, gegen 7:30 Uhr, stellte die Polizei eine mögliche Sachbeschädigung an einer Leitung fest und sicherte die Beweise. Das Landeskriminalamt Brandenburg hat die Verantwortung für die Ermittlungen übernommen. Redmann erklärte, dass ein Treibsatz verwendet wurde, um das leitfähige Material in die Höchstspannungsleitung einzubringen. Ein sichtbarer Feuerball während des Vorfalls deutete auf einen Kurzschluss hin, der ins Erdreich überging. Eine Detonation eines Sprengsatzes konnte jedoch bisher nicht nachgewiesen werden.
Auswirkungen auf die Stromversorgung
Der Netzbetreiber 50Hertz erklärte, dass es infolge der Vorfälle zu keinem Stromausfall kam. Sonnen- und Windbedingungen trugen zur Stabilität des Netzes bei. Die verwendeten Flugkörper wurden als selbst gebaute Vorrichtungen beschrieben, die handelsüblichen Silvesterraketen ähneln. Redmann wies jedoch darauf hin, dass es sich nicht um Silvesterraketen handelte, sondern um für diesen Zweck speziell hergestellte Raketen.
Das Energieunternehmen Leag, das für das Kohlekraftwerk Jänschwalde verantwortlich ist, geht von einem gezielten Anschlag aus. Das Umspannwerk in Turnow-Preilack, über das der erzeugte Strom ins Übertragungsnetz von 50Hertz eingespeist wird, wurde am Morgen des Vorfalls angegriffen. Daraufhin kam es zu einem automatisierten technischen Ausfall von Block B im Kraftwerk, der als Sicherheitsmaßnahme aktiv wurde. Der Block soll am Abend wieder hochgefahren werden.
Frühere Vorfälle und die Sicherheitslage
In den vergangenen Monaten gab es mehrere Vorfälle, die die Sicherheit der Stromversorgung in der Region in Frage stellen. Im Januar wurde mutmaßlich durch linksextreme Täter eine Starkstromleitung in der Nähe eines Kraftwerks im Südwesten Berlins in Brand gesetzt. Dies führte zu einem mehrtägigen Stromausfall, der etwa 45.000 Haushalte sowie über 2.200 Geschäfte und Einrichtungen betraf. Zu diesem Brandanschlag bekannten sich linksextremistische Gruppen, die den Kampf gegen den Kapitalismus propagieren.
Im März 2024 wurde ein großer Strommast, der auch für die Versorgung der Tesla-Fabrik in Grünheide relevant ist, in Brand gesetzt, was die Produktion für mehrere Tage zum Erliegen brachte. Diese Vorfälle verdeutlichen die anhaltenden Herausforderungen für die Sicherheit der Energieinfrastruktur in der Region.
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Quellen: n-tv, tagesschau
Bildquelle: Isohypse via Wikimedia Commons (CC0)
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