Feiern mit Diabetes: Sicher durch die Nacht
Jugendliche mit Diabetes möchten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, was Partys, Alkohol und Sexualität einschließt. Viele fühlen sich jedoch unsicher, wie sie mit möglichen Komplikationen umgehen sollen, da sie oft keine passende Anlaufstelle für ihre Fragen finden. Diabetesberaterin Yvonne Häusler betont, dass eine offene Kommunikation und gute Vorbereitung entscheidend sind, um Risiken zu minimieren und unbeschwert feiern zu können.
Wichtige Ratschläge für Feiernde mit Diabetes
- Alkohol maßvoll genießen: Alkohol kann zu starken Blutzuckerschwankungen führen. Besonders in Kombination mit Insulin oder bestimmten Medikamenten besteht die Gefahr einer Unterzuckerung, da Alkohol die Zuckerfreisetzung der Leber hemmt. Viele alkoholische Getränke enthalten zudem viel Zucker.
- Regelmäßige Blutzuckerkontrolle: Überprüfen Sie Ihren Blutzuckerwert regelmäßig, besonders beim Tanzen oder bei wenig Schlaf, da dies das Risiko für Unterzuckerungen erhöht.
- Notfall-Kit mitnehmen: Ein Notfall-Kit sollte schnell wirkende Kohlenhydrate (z.B. Traubenzucker), idealerweise ein Glukagon-Notfallset und einen Hinweis auf die Erkrankung (Armband, Notfallkarte) enthalten.
- Vorsicht bei Glukagon-Notfallsets: Unter Alkoholeinfluss kann die Wirksamkeit von Glukagon beeinträchtigt sein, da die Leberfunktion beeinträchtigt sein kann. In solchen Fällen sollte umgehend der Rettungsdienst alarmiert werden.
- Kontinuierliche Glukosemessung (CGM): Die Nutzung eines CGM-Systems mit angepassten Alarmgrenzen kann helfen, Unterzuckerungen frühzeitig zu erkennen.
- Insulinanpassung: Bei Insulinpumpen kann die temporäre Basalrate angepasst oder der Sportmodus genutzt werden. Bei AID-Systemen sollte der Zielwert gegebenenfalls korrigiert werden. Auch die Reduzierung von Basalinsulin kann helfen, Unterzuckerungen zu vermeiden.
- Umfeld informieren: Beziehen Sie Freunde und Begleitpersonen mit ein, damit diese im Notfall unterstützen können.
Sexualität und Diabetes
Auch beim Thema Sexualität kann körperliche Aktivität den Blutzuckerspiegel senken, was insbesondere bei insulinpflichtigen Personen das Risiko für Unterzuckerungen erhöht. Symptome wie Herzrasen oder Schwitzen können sowohl auf Erregung als auch auf eine Unterzuckerung hindeuten. Eine gute Vorbereitung, die Überprüfung der Blutzuckerwerte vor und nach dem Sex sowie das Bereithalten von Snacks sind wichtig. Offene Gespräche mit dem Partner oder der Partnerin über Diabetes und mögliche Risiken sind essenziell.
Die Handhabung von Insulinpumpen oder Glukosesensoren sollte individuell besprochen werden. Manche empfinden die Pumpe beim Feiern oder Sex als störend. Ob die Pumpe für eine gewisse Zeit abgekoppelt werden kann, sollte mit dem Diabetes-Team geklärt werden. Trotz anfänglicher Berührungsängste ist es wichtig, offen über diese Themen zu sprechen, um Risiken zu erkennen und sicher damit umgehen zu können.
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