Ob die illegale Betankungseinrichtung auch andere Personen versorgte, ist derzeit Gegenstand von Ermittlungen. (Foto: picture alliance/dpa) TeilenFolgen auf: Wären die Betreiber nicht enttarnt worden, würden sie angesichts der gegenwärtigen Spritpreise vermutlich in Feierlaune sein. Doch die Betreiber einer „illegalen Betankungsanlage“ müssen mit negativen Konsequenzen rechnen. Der Zoll hat in einem Wohnhaus im niedersächsischen Bovenden eine illegale Tankstelle aufgedeckt. Beamte stießen nach einem anonymen Hinweis auf „eine selbstgebaute illegale Betankungseinrichtung“ sowie vier Heizöltanks mit einem Gesamtvolumen von 3200 Litern, wie die Zollbehörde in Braunschweig mitteilte. Eine Ölheizung war an diese Anlage nicht angeschlossen. Die Behörde vermutet, dass es sich um einen Fall von Steuerhinterziehung durch illegale Heizölverdieselung handelt. Heizöl und Diesel weisen zwar chemische Ähnlichkeiten auf, unterliegen jedoch unterschiedlichen Besteuerungen. Die Steuer auf Diesel ist nahezu achtmal höher als die auf Heizöl. Die Verwendung von Heizöl als Dieselkraftstoff in Fahrzeugen ist gesetzlich untersagt und stellt eine Form der Steuerhinterziehung dar. Laut dem Automobilclub ADAC birgt der Einsatz von Heizöl als Dieselersatz aufgrund abweichender Zündeigenschaften und unzureichender Schmierfähigkeit in modernen Fahrzeugen zudem technische Risiken. Die Tanks in dem Wohnhaus in der Nähe von Göttingen waren nach Angaben des Zolls noch etwa zur Hälfte mit Heizöl gefüllt. Um eine schnelle Unterscheidung zu ermöglichen, sind die verschiedenen Kraftstoffarten unterschiedlich eingefärbt. Auch in den Tanks der zu dem nicht näher benannten Haushalt gehörenden Fahrzeuge wurde Heizöl festgestellt. Wie viel Heizöl in der Vergangenheit illegal getankt wurde und ob auch Dritte beliefert wurden, ist noch unklar. Nach G7-Beratungen gibt Deutschland aufgrund des Konflikts im Iran einen Teil seiner Ölreserven frei. Sprit-Schock treibt Autofahrer ins Ausland.
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