Klimamodelle zeigen eine hohe Wahrscheinlichkeit für eines der stärksten El-Niño-Ereignisse in der Geschichte. Ein bevorstehender „Super-El-Niño“ könnte Ende des Jahres weltweit zu extremen Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfällen führen.
Wissenschaftler beobachten mit wachsender Besorgnis die Entwicklung eines potenziell außergewöhnlich starken El-Niño-Ereignisses im Jahr 2026. Mehrere Klimamodelle, darunter Prognosen des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) und der US-amerikanischen Wetterbehörde NOAA, deuten darauf hin, dass sich im äquatorialen Pazifik ein großes Gebiet mit ungewöhnlich warmem Wasser bilden könnte.
Einige Szenarien sehen die Möglichkeit vor, dass dieses Ereignis zu den intensivsten der aufgezeichneten Geschichte zählen könnte, vergleichbar mit dem extremen El Niño von 1877/78.
Auswirkungen des El Niño auf das Wetter
El Niño entsteht, wenn sich große Wassermassen im Pazifik erwärmen, was die globale atmosphärische Zirkulation beeinflusst. Dies hat weitreichende Folgen für die Wettermuster: Während einige Regionen mit Starkregen und Überschwemmungen zu kämpfen haben, drohen anderen Dürren, Hitzewellen und Ernteausfälle. Der historische „Super-El-Niño“ Ende des 19. Jahrhunderts wurde mit verheerenden Hungersnöten in Indien, China, Brasilien und Teilen Afrikas in Verbindung gebracht, die schätzungsweise zig Millionen Menschenleben forderten.
Aktuelle Situation und Prognosen
Die gegenwärtige Ausgangslage ist besorgniserregend, da die Weltmeere sich durch den langfristigen, vom Menschen verursachten Klimawandel bereits deutlich erwärmt haben. Ein starkes El-Niño-Ereignis würde somit nicht isoliert auftreten, sondern auf ein ohnehin gestresstes Klimasystem treffen.
Experten warnen vor verstärkten Auswirkungen auf die globale Lebensmittelproduktion, die Wasserversorgung sowie auf Korallenriffe und Fischbestände. Besonders verwundbare Regionen könnten gleichzeitig mit Dürren und Flutkatastrophen konfrontiert werden.
Aktuelle Modellläufe zeigen eine hohe Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung eines El Niño bereits im Verlauf des Sommers 2026, mit einer signifikanten Chance auf einen „Super-El-Niño“ mit Temperaturabweichungen von mehr als zwei Grad Celsius. Einige Projektionen deuten sogar auf Rekordwerte hin, die nahe oder über den historischen Spitzen liegen. Meteorologen betonen jedoch, dass Vorhersagen in diesem frühen Stadium noch mit Unsicherheiten behaftet sind und sich die Intensität noch ändern kann.
Quellen: ksta, cash-online, spektrum
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