Ausblick auf den Handelstag
Die heutigen Handelsvorgaben präsentieren sich gemischt. Die Ölpreise haben mit 97,10 Dollar je Barrel für Brent und 92,51 Dollar für WTI ihr höchstes Niveau seit Juni erreicht. Diese Situation wird zusätzlich durch geopolitische Spannungen, insbesondere zwischen den USA und dem Iran, sowie durch Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz in Saudi-Arabien angeheizt.
Marktentwicklung im DAX
Im DAX wird zu Handelsbeginn eine stagnierende Entwicklung erwartet. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Morgen vor dem Xetra-Handelsstart um 0,1 Prozent höher auf 26.029 Punkte. Damit bleibt der Index über der bedeutenden Marke von 26.000 Punkten, hat jedoch einen großen Abstand zum jüngsten Rekord von 26.618 Punkten.
Gestern konnte sich der DAX ebenfalls über der Marke von 26.000 Punkten behaupten, obwohl er zum Handelsende mit einem Rückgang von 0,15 Prozent bei 26.006 Punkten schloss. Zeitweise hatte der Index deutlich unter dieser psychologisch wichtigen Marke notiert.
Forschung und Entwicklung im Maschinenbau
Ein weiteres Thema, das für Diskussionen sorgen dürfte, ist die Verlagerung der Forschungsaktivitäten der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer ins Ausland. Laut einer Umfrage des Branchenverbands VDMA, die 400 Mitgliedsfirmen einbezog, organisieren bereits 43 Prozent ihre Forschung und Entwicklung außerhalb Deutschlands. Viele der betroffenen Unternehmen planen, ihren Anteil an Auslandsaktivitäten in den kommenden Jahren erheblich zu erhöhen.
„Diese Entwicklung ist ein klares Alarmsignal für den Industriestandort Deutschland, zumal wir mit 190.000 Ingenieuren eine zentrale Rolle in der Wertschöpfung neuer Produkte und Prozesse spielen“,
äußerte sich Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA.
Ölpreise und Marktbelastungen
Die hohen Ölpreise haben weiterhin einen starken Einfluss auf die Aktienmärkte. Am Rohstoffmarkt notierte Brent-Öl kaum verändert bei 97,10 Dollar je Barrel, während WTI um 1,1 Prozent auf 92,51 Dollar zulegte.
„Obwohl der US-Feiertag Labor Day anfangs für geringere Handelsvolumina sorgte, hat der militärische Konflikt zwischen den USA und dem Iran am vergangenen Wochenende die Ölpreise weiter angeheizt und die allgemeine Risikobereitschaft beeinträchtigt“,
so die Analysten der Bank Westpac.
Zusätzlich belasten neue Angriffe der pro-iranischen Huthi-Miliz in Saudi-Arabien die Lage. Berichten zufolge wurden unter anderem der internationale Flughafen Abha und Anlagen des staatlichen Ölkonzerns Aramco in Abha und Dschisan getroffen. Die Raffinerie in Dschisan gehört zu Saudi Aramco, einem der wertvollsten Unternehmen weltweit.
Andreas Lipkow, Analyst bei CMC Markets, betonte:
„Die anziehenden Ölpreise haben insbesondere negative Auswirkungen auf die deutschen Industrieunternehmen und beeinflussen das Konsumverhalten der Menschen in Europa.“
Die Analysten von Bantleon wiesen darauf hin, dass je länger die Energiepreise auf hohem Niveau blieben, desto größer die Risiken für die Wirtschaft würden. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat ihre Prognosen für die Ölpreise aufgrund der anhaltenden Risiken im Nahen Osten ebenfalls angehoben. Für 2027 könnten demnach Ölpreise von bis zu 120 Dollar pro Fass möglich sein, sollte die Lage im Nahen Osten nicht entspannen.
EZB-Sitzung im Fokus
Inflations- und Zinsängste sind weiterhin präsent. Die Finanzmärkte haben sich bereits auf eine bevorstehende Erhöhung des Einlagensatzes durch die Europäische Zentralbank (EZB) um einen Viertelpunkt auf 2,50 Prozent eingestellt, welche am Donnerstag erwartet wird.
Ob die US-Notenbank dem Beispiel folgt, bleibt abzuwarten. Seit dem unerwartet starken US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag schätzen Händler die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September auf rund 57 Prozent ein. Steigende Renditen könnten die Kreditkosten erhöhen und der EZB in ihrem Bestreben, die Inflation zu bekämpfen, zugutekommen.
Internationale Entwicklungen
In Asien blieb die Bewegung an den Märkten ebenfalls begrenzt. In Japan befeuerten ein kräftiges Lohnwachstum und eine anziehende Wirtschaft Spekulationen auf schnellere Zinserhöhungen. Offizielle Daten zeigen, dass die japanischen Reallöhne im Juli um 2,4 Prozent gestiegen sind, was das stärkste Wachstum seit Mai 2021 darstellt.
Die wirtschaftliche Expansion im zweiten Quartal wurde ebenfalls durch höhere Unternehmensinvestitionen angekurbelt. An den Märkten wird inzwischen eine Zinserhöhung der Bank of Japan in der kommenden Woche auf 1,25 Prozent als nahezu sicher angesehen.
In der Folge stieg der Yen auf den höchsten Stand seit Mitte Februar, während die asiatischen Aktienmärkte insgesamt keine klare Richtung fanden, da auch die Vorgaben von der Wall Street aufgrund des Feiertags ausblieben.
„Da das Lohnwachstum weiter anzieht, spricht immer mehr dafür, dass die Bank of Japan das Tempo der geldpolitischen Straffung erhöht“,
erklärten Analysten von Capital Economics.
In Tokio blieb der Nikkei-Index nahezu unverändert bei 66.445 Punkten, während die Börse in Shanghai um 0,4 Prozent auf 3.947 Punkte zulegte. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stieg um 0,2 Prozent auf 4.582 Punkte. Deutlichere Gewinne wurden hingegen in Südkorea verzeichnet, wo der Leitindex Kospi um 1,9 Prozent auf 7.129 Zähler stieg und damit den höchsten Stand seit drei Wochen erreichte.
Quellen: tagesschau
Bildquelle: Bildquelle: Anne Nygård auf Unsplash
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.