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Auch Deutschland abgeschlagen: Rente reicht in nur vier Ländern Europas zum Leben

Eine aktuelle Analyse zeigt, dass in nur vier von 27 europäischen Ländern die staatliche Rente zum Leben reicht. Deutschland belegt mit der durchschnittlichen Rente von 19.138 Euro jährlich Platz 20 und weist eine erhebliche Diskrepanz zu den Lebenshaltungskosten auf.

Auch Deutschland abgeschlagen: Rente reicht in nur vier Ländern Europas zum Leben

Rente in Europa: Deutschland schneidet schlecht ab

Die finanzielle Situation von Rentnern, die ausschließlich auf staatliche Renten angewiesen sind, ist in vielen europäischen Ländern besorgniserregend. Deutschland bildet hierbei keine Ausnahme. Eine aktuelle Analyse von DataPulse Research zeigt, dass zahlreiche Menschen, die jahrzehntelang in die Rentenkassen eingezahlt haben, im Alter in eine prekäre finanzielle Lage geraten.

Die Untersuchung umfasst 27 europäische Staaten und verdeutlicht, dass nur vier Länder in der Lage sind, Renten zu gewähren, die die tatsächlichen Lebenshaltungskosten im Alter decken. Deutschland gehört nicht zu diesen Ländern und belegt lediglich den 20. Platz in der Rangliste.

Rentenvergleich: Deutschland auf Platz 20 von 27

Die Analysten haben die durchschnittlichen jährlichen Ausgaben von Personen über 60 Jahren in den 27 Ländern mit den staatlichen Altersrenten verglichen. Diese Analyse basiert auf inflationsbereinigten Daten von Eurostat, die an das Preisniveau von 2023 angepasst wurden. Das Ergebnis ist alarmierend: In Deutschland beträgt die durchschnittliche staatliche Bruttorente 19.138 Euro pro Jahr, während die typischen jährlichen Ausgaben eines Rentners zwischen 24.000 und 29.000 Euro liegen. Diese erhebliche Diskrepanz führt dazu, dass Deutschland im europäischen Vergleich auf dem 20. Platz von 27 untersuchten Ländern rangiert.

Wohnen und Lebenshaltungskosten belasten Rentner

Ein wesentlicher Teil der Ausgaben im Ruhestand entfällt auf Wohnkosten, einschließlich Nebenkosten und Lebensmittel. Besonders betroffen sind deutsche Rentner, da etwa 60 Prozent der älteren Bevölkerung zur Miete wohnen. Steigen die Mieten schneller als die allgemeine Inflation, verlieren Rentner an Kaufkraft, selbst wenn die Renten offiziell angepasst werden.

In Rumänien, Tschechien, Polen und Spanien hingegen können Rentner von ihrer Rente leben, da die staatlichen Renten dort die durchschnittlichen Lebenshaltungskosten um drei bis 21 Prozent übersteigen. Bulgarien und Dänemark liegen nur knapp darunter. In Kroatien, Slowenien, Ungarn und Norwegen ist die Lücke zwischen Renten und Lebenshaltungskosten besonders groß, sodass Rentner mehr als ein Drittel ihrer Ausgaben aus anderen Einkommensquellen decken müssen.

Luxemburg: Hohe Renten, hohe Lebenshaltungskosten

Ein geringes Rentendefizit führt nicht zwangsläufig zu Altersarmut, wie das Beispiel Norwegen zeigt. Axel West Pedersen, Forschungsprofessor am Institut für Sozialforschung, erklärt:

„Eine wichtige Erklärung dafür, warum Altersarmut in Norwegen vergleichsweise gering ist, liegt zwar in dem relativ großzügigen Mindestniveau der Renten über das nationale Versicherungssystem Folketrygden. Gleichzeitig ist das System aber so angelegt, dass der Staat die Basis bereitstellt, der tatsächliche Lebensstandard im Alter jedoch aus dem Zusammenspiel mit betrieblichen Renten entsteht.“

Die Kaufkraft ist entscheidend, nicht nur die nominale Rentenhöhe. Luxemburg zahlt mit über 34.000 Euro die höchste nominale Rente in Europa. Aufgrund der hohen Lebenshaltungskosten von etwa 52.000 Euro ergibt sich jedoch eine schwierige Situation für die Rentner. Im internationalen Vergleich schneidet Luxemburg sogar schlechter ab als Deutschland. Im Gegensatz dazu zahlt Bulgarien mit rund 4.500 Euro die zweitniedrigste Rente, steht aber im internationalen Vergleich von Rente zu Ausgaben auf Rang 5. Diese Zahlen verdeutlichen, dass die Höhe der Rente allein wenig über die Lebensqualität im Alter aussagt.

Rentenanpassungen in Deutschland

Die Analyse weist darauf hin, dass alle Rentenwerte als Bruttobeträge angegeben sind. Da Renten in nahezu allen EU-Ländern versteuert werden müssen und Sozialabgaben anfallen, ist die reale Kaufkraft am Monatsende oft deutlich geringer, was die tatsächliche Versorgungslücke weiter vergrößert.

Trotz der strukturellen Schwächen der europäischen Rentensysteme gibt es für die 21 Millionen Rentner in Deutschland kurzfristig positive Nachrichten: Zum 1. Juli steigen die Rentenbezüge laut Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) um 4,24 Prozent, was mehr ist als ursprünglich im Dezember erwartet. Diese Erhöhung ist auf die positive Lohnentwicklung zurückzuführen, an die die Renten gekoppelt sind. Für eine Standardrente bedeutet dies ein Plus von 77,85 Euro im Monat. Bas betonte:

„Ordentliche Renten sind kein Luxus, sondern eine Frage der Leistungsgerechtigkeit für die Menschen, die ihr Leben lang hart gearbeitet haben.“

Ob diese Erhöhung ausreicht, um die strukturelle Rentenlücke zu schließen, bleibt jedoch fraglich. Eine Rentenkommission arbeitet derzeit an langfristigen Reformkonzepten. Ein Vorschlag von Katherina Reiche könnte Deutschland an die europäische Spitze führen. In diesem Zusammenhang ist auch die Bürgergeld-Reform von Bedeutung, die darauf abzielt, die finanzielle Situation von Rentnern zu verbessern. Zudem wird erwartet, dass Renten ab Juli 2026 steigen, was zusätzliche Entlastung bringen könnte.

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Bildquelle: Pixabay auf Pexels

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