Es ist schon erstaunlich, nicht wahr? Vor nicht allzu langer Zeit erlebten Aktien, die mit Künstlicher Intelligenz (KI) in Verbindung standen, einen regelrechten Hype an den Börsen. Die Kurse schossen in die Höhe. Doch mittlerweile breitet sich an den Märkten eine gewisse Angst vor den disruptiven Auswirkungen der KI aus.
Ein dystopisches Szenario, das von einem US-Forschungsinstitut skizziert wurde, führte zu einem Rückgang der Technologiewerte zu Wochenbeginn. In den Wochen zuvor waren bereits zahlreiche Branchen betroffen, deren Geschäftsmodelle durch diese neue Technologie gefährdet erscheinen. Banken, Versicherungen und Logistikunternehmen – niemand scheint vor dieser Disruption gefeit zu sein.
Plötzlich wird KI auch zu einer Bedrohung für unsere Renditen. An den Börsen kam es zu einem Wechsel der Favoriten: Konsumgüter, Industrie und Infrastruktur stehen nun höher im Kurs als Technologie. Doch stellt sich die Frage, ob dies ein langfristiger Trend ist oder ob wir es hier lediglich mit einer weiteren Überreaktion zu tun haben. Folgt auf den KI-Hype nun die KI-Panik? Diese Situation erinnert mich an frühere Zeiten, als vermeintliche Megatrends aufkamen.
Jessica Schwarzer, Finanzjournalistin und Bestsellerautorin, beobachtet das globale Börsengeschehen seit vielen Jahren. Ihr neuestes Buch „Über die Psychologie der Börse: 20 zeitlose Lektionen über Börsenpsychologie – So wirst Du ein besserer (und entspannterer) Anleger“ ist im Deutschen Wirtschaftsbuch Verlag erschienen. Bei t-online berichtet sie über Investitionen und Finanztrends, die eine diversifizierte Geldanlage ergänzen.
Die Börse ist geprägt von Obsessionen, Übertreibungen und Irrtümern. Emotionen spielen eine zentrale Rolle! Immer wieder kochen die Gefühle hoch, begleitet von mehr oder weniger starken Kursschwankungen. Gier und Panik sind zweifellos die stärksten Emotionen, die wir an der Börse erleben; und das immer wieder. Lassen wir uns von diesen Emotionen mitreißen, stolpern wir unweigerlich über emotionale Fallstricke und begehen Fehler, die uns Geld kosten.
In den letzten Monaten habe ich mich intensiv mit der Psychologie der Börse beschäftigt, da sie das zentrale Thema meines neuen Buches ist. Ich bin überzeugt, dass wir, auch wenn wir unsere Emotionen niemals vollständig abstellen können – schließlich sind wir Menschen und keine Maschinen – lernen sollten, sie zu kontrollieren.
Langfristig orientierte Anleger sollten Ruhe bewahren und ihrer Strategie treu bleiben. Wenn wir uns von der aktuellen Marktlage verrückt machen lassen, begehen wir Fehler. Wir könnten unsere Strategie über Bord werfen und Aktien, ETFs oder Fonds verkaufen, die wir eigentlich langfristig halten wollten. Bei Einzelaktien mag es sinnvoll sein, auf die gegenwärtige Marktlage zu reagieren, aber bei ETFs und Fonds? Eher nicht.
Ein weiteres Thema, das die Märkte seit Monaten beschäftigt, ist die Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump. Am 2. April 2025 kündigte er im Rosengarten des Weißen Hauses Strafzölle gegen nahezu alle anderen Staaten an. Die Aufregung war groß, die Emotionen kochten (zu Recht!) hoch, und die Börsenkurse fielen. Doch die Erholung ließ nicht lange auf sich warten, und es wurden neue Allzeithochs sowohl in den USA als auch in Europa erreicht. Die Zölle von Trump beeinflussen die Märkte weiterhin. Kürzlich wurden sie teilweise vom Obersten Gerichtshof der USA aufgehoben, woraufhin Trump sofort neue Zölle verhängte.
Und wie reagiert die Börse? Die Schwankungen blieben moderat. Haben wir uns an diese Unsicherheiten gewöhnt? Sind wir abgestumpft? Betrachtet man die Indizes, könnte man diesen Eindruck gewinnen. Einzelne Aktien und bestimmte Branchen reagieren jedoch weiterhin. Ob Zölle oder KI – ich fühle mich in meiner Überzeugung bestärkt: Eine breite Risikostreuung ist die beste Strategie, um unsichere Zeiten zu überstehen und dabei die Nerven zu bewahren.
Megatrends erschweren die Auswahl künftiger Gewinner. Ein Indexzertifikat oder ETF, das auf ein Megathema wie KI setzt, bietet eine breite Diversifikation. Ein Beispiel ist das Papier mit der ISIN IE00BGV5VN51, das die größten KI-Unternehmen aus den USA umfasst, darunter Nvidia.
Anleger, die gezielt auf den großen KI-Gewinner Nvidia setzen möchten, haben zahlreiche Optionen. Diese reichen von klassischen Index- und Hebelpapieren bis hin zu Discount- und Bonuszertifikaten, die selbst bei seitwärts oder nur leicht steigenden Kursen attraktive Renditechancen bieten.
Ich befürchte, dass uns in den kommenden Monaten noch einige turbulente Zeiten bevorstehen. Das ist an der Börse jedoch nichts Ungewöhnliches. Die Kurse steigen selten ohne Schwankungen, und es gibt immer wieder Schlagzeilen, die die Emotionen und damit die Aktienkurse in Bewegung bringen. Langfristig gesehen steigen die Kurse jedoch.
Aktien bieten bei breiter Risikostreuung langfristig eine durchschnittliche jährliche Rendite von bis zu acht Prozent – trotz aller Turbulenzen, Korrekturen und sogar Crashs. Daher ist es wichtig, die Nerven zu bewahren. Ich kaufe sogar nach, wenn die Kurse einmal stärker fallen. Doch das erfordert starke Nerven, und die wünsche ich Ihnen ebenfalls!
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Bildquelle: Shutterstock
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