160 Mitarbeiter betroffen: Fleischfabrik wird dauerhaft geschlossen
Ein bedeutender Fleischkonzern hat die Schließung seiner Produktionsstätte in Hilden bekannt gegeben. Von dieser Entscheidung sind 160 Angestellte betroffen. Der endgültige Betriebsstopp ist für spätestens den 28. Februar 2026 vorgesehen.
Die Vion Food Group informierte bereits Anfang Januar die Belegschaft sowie den Betriebsrat über die bevorstehenden Maßnahmen. Der Zerlegebetrieb in Hilden (Nordrhein-Westfalen) wird geschlossen, da das Unternehmen auf „anhaltende strukturelle Veränderungen im Markt“ verweist, die eine Konsolidierung notwendig machen.
Stellungnahme der Gewerkschaft zur Schließung
Thomas Bernhard von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) äußerte sich zu der Entscheidung und erklärte: „Die Schließung war absehbar. Dass der Prozess jedoch so schnell voranschreiten soll, hat alle überrascht.“ Er bezeichnet die Maßnahme als „Unternehmensentscheidung“, die die mittelfristigen Entwicklungen im Markt nicht berücksichtigt. Hilden habe lange Zeit eine zentrale Rolle für das Unternehmen gespielt, da der Standort mit Rinderteilen aus den eigenen Schlachthöfen beliefert wurde.
Bernhard berichtete zudem, dass Versuche anderer Unternehmen, den Standort zu übernehmen, gescheitert seien. Ein geplanter Deal mit der Premium Food Group der Familie Tönnies wurde vom Bundeskartellamt untersagt.
Reaktion des Fleischkonzerns
Auf Anfrage teilte Vion mit: „Nachdem das Bundeskartellamt die geplante Transaktion nicht genehmigt hat, hat Vion das bestehende Geschäft erneut evaluiert und sich in diesem Rahmen zur Schließung des Standorts Hilden entschieden.“
Auswirkungen auf die Mitarbeiter
Der Hersteller von Fleischprodukten, Fleischerzeugnissen und pflanzlichen Alternativen, der mehrere Produktionsstätten in Deutschland und den Niederlanden betreibt, kündigte an, alternative Beschäftigungsmöglichkeiten für die betroffenen Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens zu prüfen. Rund 30 Angestellte hätten bereits ein entsprechendes Angebot erhalten. Gewerkschafter Bernhard äußerte jedoch die Befürchtung, dass nur wenige das Angebot annehmen werden.
Informationen für Kunden
Das in Boxtel, Niederlande, ansässige Unternehmen betonte, dass „der Großteil der Kunden von anderen Vion-Standorten beliefert werden kann“. Derzeit sind keine weiteren Schließungen in Deutschland geplant. Vion beabsichtigt, das Gelände in Hilden, das etwa 32.000 Quadratmeter umfasst, zum Verkauf anzubieten.
Bernhard wies darauf hin, dass in Hilden Spezialzuschnitte produziert wurden, jedoch der Markt dafür so klein sei, dass ein großer Standort nicht rentabel sei. „Kein Mensch benötigt Zerlegekapazitäten in einem schrumpfenden Markt“, so Bernhard.
Bildquelle: Vion Hilden GmbH
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