Ölpreise steigen weiter – trotz Freigabe von Reserven
Der Konflikt im Nahen Osten hat erhebliche Auswirkungen auf den globalen Ölmarkt. Deutschland, die USA und andere Länder versuchen, mit einer Rekordmenge an Ölreserven gegenzusteuern, doch eine sofortige Entspannung der Situation bleibt aus.
Die Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA) hat bislang nicht zu einer Beruhigung der Märkte geführt. Die anhaltenden Sorgen über eine mögliche Blockade der Straße von Hormus halten die Preise auf einem hohen Niveau, was für Autofahrer in Deutschland und weltweit ungünstige Vorzeichen mit sich bringt. Aktuelle Berichte über den Ölpreis-Schock zeigen, dass die Situation angespannt bleibt.
Der Iran hat angedroht, dass kein Tropfen Öl für die USA und deren Verbündete die strategisch wichtige Meerenge passieren wird. US-Präsident Donald Trump hingegen versucht, die Situation zu beruhigen und erklärte, dass Öltanker die Straße von Hormus weiterhin befahren sollten. Berichte über verminte Gewässer im Iran, die von verschiedenen Medien verbreitet wurden, glaubt er nicht.
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Die Straße von Hormus, die sich zwischen dem Iran und dem Oman erstreckt, ist eine der wichtigsten Seerouten für den internationalen Ölhandel.
Freigabe der Ölreserven zeigt keine Wirkung
Regierungen weltweit suchen nach Möglichkeiten, die Ölproduktion zu steigern. Die IEA gab bekannt, dass sie eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freigeben wird. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer 400 Millionen Barrel Rohöl auf den Markt bringen, um die durch den Krieg angespannten Märkte zu stabilisieren.
Trotz dieser Maßnahmen steigen die Ölpreise weiterhin stark an. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete am Donnerstagmorgen über 100 Dollar, was einem Anstieg von rund neun Prozent im Vergleich zum Vortag entspricht. Auch bei der US-Sorte WTI war ein ähnlicher Preisanstieg zu verzeichnen. In den vergangenen Tagen haben die Ölpreise den höchsten Stand seit Sommer 2022 erreicht.
Lieferung könnte Monate in Anspruch nehmen
Die freigegebenen Reserven könnten theoretisch ausreichen, um eine Blockade der Straße von Hormus für eine gewisse Zeit zu überbrücken. Laut IEA passierten im vergangenen Jahr durchschnittlich 20 Millionen Barrel pro Tag die Meerenge. Die angekündigten 400 Millionen Barrel würden somit ausreichen, um einen Ausfall für 20 Tage zu kompensieren.
Allerdings wird es voraussichtlich Wochen oder sogar Monate dauern, bis das Öl tatsächlich ankommt. Die USA haben zugesagt, sich mit 172 Millionen Barrel zu beteiligen. Die Auslieferung soll in der nächsten Woche beginnen und könnte insgesamt rund 120 Tage in Anspruch nehmen.
Tankstellenpreise auf Rekordniveau
Die Auswirkungen des Konflikts sind für Verbraucher weltweit spürbar. In Deutschland stieg der Durchschnittspreis für die gängigste Benzinsorte E10 in dieser Woche auf über zwei Euro pro Liter. Um die Preiserhöhungen zu begrenzen, plant die Bundesregierung, Tankstellen zu verbieten, die Preise mehr als einmal täglich zu erhöhen. Auch in den USA, einem der größten Ölproduzenten der Welt, sind die Tankstellenpreise auf den höchsten Stand seit 2024 gestiegen. Aktuelle Entwicklungen zu den Heizölpreisen zeigen, dass die Preise um bis zu 14 Euro fallen könnten.
Besonders gravierend sind die Folgen für Asien, wo vier von fünf Ölfässern, die die Straße von Hormus passieren, hingehen. Infolge der steigenden Ölpreise haben viele asiatische Aktienmärkte, darunter Japan, bereits einen Rückgang erlebt.
Maßnahmen zur Energieeinsparung in Thailand
In Thailand wurden Beamte angewiesen, von zu Hause aus zu arbeiten, Reisen zu vermeiden und die Treppe anstelle des Aufzugs zu benutzen, um Energie zu sparen. Auf den Philippinen hat die Regierung eine Vier-Tage-Woche für Beamte eingeführt.
Für Trump könnten die steigenden Ölpreise auch innenpolitische Probleme mit sich bringen. Seine Versuche, die Reeder zur Durchfahrt durch die Straße von Hormus zu bewegen, haben bislang nicht den gewünschten Erfolg gezeigt. Er hatte bereits angekündigt, im Notfall die Schiffe mit der Marine zu eskortieren. Dennoch wird laut IEA nicht einmal ein Zehntel der zuvor üblichen Ölmenge durch die Straße von Hormus transportiert.
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